In Teich ertrunken: Angeklagter weist Verantwortung zurück

In Teich ertrunken: Angeklagter weist Verantwortung zurück

Nach dem Tod eines Obdachlosen in einem Teich im Berliner Ortsteil Alt-Hohenschönhausen hat einer der beiden mutmaßlichen Täter eine Verantwortung dafür von sich gewiesen. Gemeinsam mit einem 32 Jahre alten Mann steht der 40-Jährige seit Dienstag vor dem Landgericht. Die Deutschen sollen im März 2018 ein Zelt von zwei anderen Obdachlosen in einen Teich gezogen und es mit Gegenständen beworfen haben. Ein Mann ertrank. Der 40-Jährige sagte, als er den Platz verließ, habe «niemand im Wasser gelegen».

Justitia

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Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: D.- W. Ebener/Archiv

Die Staatsanwaltschaft geht von Totschlag aus. Die Angeklagten sollen zunächst auf das Zelt der aus Polen stammenden Geschädigten eingeschlagen und eingetreten haben. Das Zelt habe sich aus seiner Verankerung gelockert und sei in eine Schräglage geraten. Die Beschuldigten hätten es in den Pfuhl gezogen und Gegenstände wie eine Europalette und Kisten mit Wucht auf das Zelt geworfen. Während sich ein 25-Jähriger retten konnte, sei sein 39 Jahre alter Freund ertrunken.
Der 40-Jährige erklärte, er habe den 39-Jährigen zwar verprügelt. «Weil sie unsere Zelte angezündet hatten.» Sie hätten jedoch das Zelt der beiden Polen nicht ins Wasser gezogen. Für den 32-Jährigen sagte dessen Verteidiger, sein Mandant werde sich derzeit nicht äußern.
Angaben des 25-Jährigen hatten zur Verhaftung der Beschuldigten geführt. Bei der Polizei hatte der Mann zu Protokoll gegeben, dass es mehrfach Streit gegeben habe. Die Angeklagten hätten dem 39-Jährigen vorgeworfen, dass er von Läusen befallen sei und Lebensmittel nicht achte. Bei dem Angriff habe er die Stimmen der beiden gehört. Der Prozess wird am 13. Dezember fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 11. Dezember 2018 13:50 Uhr

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