Urteil wegen Attacke nach erfundener Vergewaltigung

Urteil wegen Attacke nach erfundener Vergewaltigung

Drei Geschwister sind nach einem Angriff auf einen früheren Sexual-Partner der mitangeklagten Schwester verurteilt worden.

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Eine von der Anklage zunächst angenommene Tötungsabsicht sahen die Richter allerdings nicht. Das Landgericht Berlin verhängte am 28. August gegen zwei Brüder Strafen von elf Monaten Haft auf Bewährung beziehungsweise sechs Monaten Gefängnis. Die 17-Jährige erhielt vier Wochen Jugendarrest. Die Geschwister hätten sich der versuchten gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, begründete das Gericht die Entscheidung.
Die 17-Jährige aus einer türkischstämmigen Familie hatte erklärt, dass eine Lüge die Attacke ausgelöst habe. Aus Angst vor ihren 19- und 23-jährigen Brüdern habe sie eine Vergewaltigung erfunden, um die Sex-Affäre mit einem Bekannten zu vertuschen. Ihre Brüder hätten dem 30-Jährigen eine Lektion erteilen, ihn aber nicht töten wollen.
Das Opfer sei im Januar 2018 im Stadtteil Reinickendorf durch die 17-Jährige in eine Falle gelockt worden, «um die vermeintliche Vergewaltigung zu rächen», heißt es in dem Urteil. Die Brüder hätten den Mann «mindestens verprügeln» wollen. Der 19-Jährige habe dessen Auto blockiert, der 23 Jahre alte Bruder dann mit einem Messer auf die geschlossene Seitenscheibe eingestochen. Dem Attackierten sei aber unverletzt die Flucht gelungen.
Auch die Staatsanwaltschaft war vom ursprünglichen Vorwurf des versuchten Mordes abgerückt und hatte sich für Bewährungsstrafen gegen die beiden Brüder ausgesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 29. August 2018 08:38 Uhr

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