Überfall auf Spätkauf: Mittäter und Helferinnen verurteilt

Überfall auf Spätkauf: Mittäter und Helferinnen verurteilt

Neun Monate nach einem tödlichen Raubüberfall auf ein Spätkaufgeschäft in Wilmersdorf ist ein Mittäter zu vier Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Landgericht Moabit

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Das Landgericht sprach den 23-Jährigen am Dienstag (14. August 2018) der versuchten besonders schweren räuberischen Erpressung und der fahrlässigen Tötung schuldig. Zwei mitangeklagte 18- und 19-jährige Frauen erhielten Bewährungsstrafen wegen Beihilfe. Bei dem Überfall war der 21 Jahre alte Sohn der Ladeninhaberin erstochen worden. Für die Attacke soll ein flüchtiger Komplize verantwortlich sein.
Die Angeklagten seien zunächst planlos in einem Auto durch die Stadt gefahren, hieß es im Urteil. «Man wollte etwas erleben.» Als sie von einem Bekannten hörten, dass die Frau im Spätkauf «einen Packen Geld» in der Tasche habe, sei die Idee zu einem Überfall gekommen. Der 23-Jährige habe für die Ausführung zwei Männer angeheuert.
Als die Inhaberin mit einem Messer bedroht wurde und um Hilfe rief, war ihr Sohn hinzugekommen. Einer der Haupttäter - ein vorbestrafter und seit der Tat im November flüchtiger Mann aus der Türkei - soll den Sohn von hinten durch einen Stich in den Hals umgebracht haben. Dies sei von dem 23-Jährigen nicht geplant gewesen, so das Gericht.
Die beiden Frauen hätten vor allem psychische Beihilfe geleistet, hieß es weiter. Sie erhielten 21 beziehungsweise 14 Monate Haft auf Bewährung. Zudem sollen beide je 300 Stunden Freizeitarbeit leisten. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft für den 23-Jährigen gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 15. August 2018 08:34 Uhr

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