Vietnamese entführt: Urteil gegen mutmaßlichen Helfer erwartet

Vietnamese entführt: Urteil gegen mutmaßlichen Helfer erwartet

Rund ein Jahr nach der Entführung eines vietnamesischen Geschäftsmannes in Berlin will das Berliner Kammergericht heute (24. Juli) das Urteil gegen einen mutmaßlichen Tathelfer verkünden.

Richterhammer aus Holz

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Der 47 Jahre alte Vietnamese hatte gestanden, das Entführungs-Auto in Prag gemietet, es nach Berlin gebracht und später wieder zurückgefahren zu haben. Eigenen Angaben zufolge wusste er von den Plänen. Wegen des Geständnisses hat das Gericht eine mildere Strafe in Aussicht gestellt.
Die Bundesanwaltschaft hat vier Jahre Haft wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit sowie Beihilfe zur Freiheitsberaubung gefordert. Die Verteidigung plädierte auf eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren.
Das Opfer, der frühere Vorstandschef eines staatlichen Baukonzerns, und seine Freundin waren laut Bundesanwaltschaft in Berlin zunächst ausgespäht und dann am 23. Juli 2017 am helllichten Tag im Tiergarten entführt worden. Sie wurden in einen Transporter gezerrt, in die vietnamesische Botschaft gebracht und dann gegen ihren Willen nach Vietnam geflogen. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem «staatlich organisierten Kidnapping», einer Operation des vietnamesischen Geheimdienstes.
In Vietnam wurde Trinh Xuan Thanh wegen Korruption und Misswirtschaft in zwei Verfahren jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt. Zuvor war er 2016 nach Deutschland gekommen und hatte politisches Asyl beantragt. Der Fall belastet die Beziehungen beider Länder.
Das Blaulicht
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 25. Juli 2018 08:45 Uhr

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