Illegale Beschneidung: Vater erhält Bewährungsstrafe

Illegale Beschneidung: Vater erhält Bewährungsstrafe

Ein Vater, der eine illegale Beschneidung seines neun Jahre alten Sohnes in seiner Wohnung in Reinickendorf veranlasst hatte, ist zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Ein Richterhammer

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Zudem soll er dem Jungen 7500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der Eingriff sei gegen den Willen des Kindes und unter unzureichenden medizinischen Bedingungen auf dem Küchentisch erfolgt, begründete das Amtsgericht Tiergarten am 20. Juni. Der 52-jährige Angeklagte habe sich der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht.

Kind erlitt psychische Folgen

Der Junge hatte im Oktober 2015 seinen getrennt von der Mutter lebenden Vater besucht, als zwei Männer kamen, um die Beschneidung vorzunehmen. Der Eingriff sei auch hinter dem Rücken der Mutter geschehen, hieß es weiter im Urteil. Die Wunde sei zwar problemlos verheilt, die psychischen Folgen für das Kind aber seien erheblich.

Angeklagter gestand die Tat

Der aus Angola stammende Angeklagte hatte gestanden und erklärt, in seiner Heimat sei eine Beschneidung normal. Die Verteidigerin hatte auf eine Geldstrafe plädiert. Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwältin.

Beschneidungen sind in Deutschland nur unter bestimmten Umständen erlaubt

Eine rituelle Beschneidung von Jungen ist in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. So müssen solche Eingriffe nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden. In den ersten sechs Lebensmonaten des Säuglings dürfen religiöse Beschneider den Eingriff vornehmen, sofern sie ausgebildet sind. Ist das Kind älter, darf die Beschneidung nur von Ärzten vorgenommen werden.
Das Blaulicht
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 20. Juni 2018 13:50 Uhr

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