200 Teilnehmer bei «Potsdam trägt Kippa»

200 Teilnehmer bei «Potsdam trägt Kippa»

Rund 200 Christen, Muslime und Mitglieder der jüdischen Gemeinden haben in Potsdam an einer Prozession unter dem Motto «Potsdam trägt Kippa» teilgenommen. Damit wollten die Potsdamer Bürger nach dem antisemitischen Angriff auf einen jungen Israeli in Berlin ein Zeichen der Solidarität setzen. Nach Friedensgebeten vor dem jüdischen Gemeindehaus zogen die Teilnehmer durch die Innenstadt zum Brandenburger Tor.

«Es ist erschreckend, dass am helllichten Tag auf offener Straße ein junger Mann nur aufgrund seines jüdischen Glaubens angegriffen und beschimpft wird», sagte die Pfarrerin der Nagelkreuzgemeinde, Cornelia Radeke-Engst. «Die Einsetzung eines Antisemitismus-Beauftragten durch die Bundesregierung war dringend notwendig, aber auch die Zivilgesellschaft ist aufgerufen, sich klar an die Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu stellen.»
Der 21-jährige Israeli und sein Freund waren vergangene Woche in Berlin auf der Straße von drei arabisch sprechenden Männern antisemitisch beschimpft worden. Der 21-Jährige trug eine Kippa. Einer der Männer schlug mit einem Gürtel auf ihn ein und versuchte, ihn mit einer Flasche zu schlagen. Der Angriff hatte empörte Reaktionen von Politikern und Vertretern verschiedener Institutionen ausgelöst.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 25. April 2018 19:00 Uhr

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