Angriff auf Gefängnis-Pfarrerin: Verurteilter schweigt

Angriff auf Gefängnis-Pfarrerin: Verurteilter schweigt

Ein verurteilter Mörder soll eine Pfarrerin im Gefängnis in Berlin-Tegel sexuell attackiert haben. Im Prozess vor dem Landgericht hat der 53-Jährige geschwiegen. Ihm wird sexuelle Nötigung sowie Körperverletzung zur Last gelegt. Als Insasse der Justizvollzugsanstalt Tegel soll er im Juli 2015 eine dort tätige Pfarrerin fest umklammert und gegen ihren Willen geküsst haben. Die 46-Jährige sagte am ersten Verhandlungstag am Dienstag, er habe sie plötzlich gepackt. Sie habe sich gewehrt und Alarm auslösen können.

Justitia

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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: D.- W. Ebener/Archiv

Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen im Jahr 2000 zu lebenslanger Haft verurteilten Mörder. Zudem war damals anschließende Sicherungsverwahrung verhängt worden. Der Gewalttäter hatte zwei Rentnerinnen ausgeraubt und getötet. Der 53-Jährige war seit seiner Jugend wegen Straftaten aufgefallen, darunter Sexualdelikte. Mehr als 30 Jahre soll er hinter Gittern verbracht haben.
Die Pfarrerin sagte, sie kenne den Angeklagten seit 2013. Damals habe er um Gespräche gebeten. Als er sie zwei Jahre später in ihrem Büro attackierte, «war seine Stimme plötzlich ganz verändert, so habe ich ihn nicht gekannt». Sie habe unter anderem Prellungen am Rücken, Schmerzen am Oberkörper sowie eine kleine Wunde an der Lippe erlitten. Der Prozess wird am 13. April fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 10. April 2018 15:40 Uhr

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