Mord-Prozess: Verteidiger hält Anklage für nicht erwiesen

Mord-Prozess: Verteidiger hält Anklage für nicht erwiesen

Im Prozess gegen einen 51-Jährigen, der in Berlin-Müggelheim eine Seniorin und knapp vier Jahre zuvor seine Ehefrau getötet haben soll, halten die Verteidiger die Mordvorwürfe für nicht erwiesen. Die beiden Anwälte beantragten am Dienstag in einem Fall einen Schuldspruch wegen Totschlags, im anderen Freispruch. Das Landgericht kündigte die Verkündung des Urteils «möglicherweise» für den Nachmittag (14.30 Uhr) an.

Justitia vor Gericht

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Eine Statue der Göttin Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: S. Puchner/Archiv

Der Angeklagte soll im Januar 2013 seine Frau heimtückisch umgebracht und ihren Tod als Suizid getarnt haben. Im November 2016 sei er dann in das Haus der Mutter seiner Lebensgefährtin eingebrochen, um Geld zu stehlen. Als ihn die 66-Jährige überraschte, soll er die Frau erstochen haben. Der Staatsanwalt hatte in der vergangenen Woche auf eine lebenslange Freiheitsstrafe plädiert. Er forderte zudem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie die Anordnung von Sicherungsverwahrung.
Die Verteidiger sagten, der Angeklagte habe in einem «erbitterten Streit» die Mutter seiner damaligen Lebensgefährtin erstochen. Es sei keine geplante Tat gewesen. Einen konkreten Strafantrag stellten die Anwälte nicht. Im Falle des Todes der Ehefrau des Angeklagten habe die Beweisaufnahme keine ausreichende Grundlage für eine Verurteilung ergeben, hieß es weiter im Plädoyer der Anwälte. Die ursprünglichen Ermittlungen seien Anfang 2013 nur rudimentär und ohne Obduktion geführt worden. «Und ein Motiv fehlt völlig.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 27. Februar 2018 12:00 Uhr

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