Ärzte gegen Impfungen an Schulen

Ärzte gegen Impfungen an Schulen

Kurz vor dem Start der Impfungen an Berliner Schulen sprechen sich der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und die KV Berlin dagegen aus.

Corona-Impfstoff

© dpa

Spritzen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder liegen in einer Schale.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin lehnen Corona-Impfungen für Kinder an Schulen ab. Es sei unnötig, eine solche Notfallmaßnahme heraufzubeschwören, sagt der Verbandssprecher und Berliner Arzt Jakob Maske am Montag (14. Dezember 2021) im RBB-Inforadio.
«Es ist auch eine Verschwendung von Ressourcen des öffentlichen Gesundheitsdienstes, die wir nicht verstehen können, und insofern würden wir diese Maßnahme tatsächlich auch nicht befürworten und unterstützen.» Laut Maske reichen die Kapazitäten der Kinder- und Jugendärzte sowie der Impfzentren aus. Auch Hausärzte würden sicher mithelfen.
In Berlin sollen am Mittwoch in Impfzentren, an jeweils einer Schule pro Bezirk und an anderen Orten Corona-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren starten. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt solche Impfungen ausdrücklich für Kinder dieser Altersgruppe, die Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Außerdem können Eltern nach individueller Aufklärung auch ihre gesunden Kinder impfen lassen.
Schulhöfe und -gebäude seien nicht die richtigen Impfadressen, hieß es auch von der KV. Sie seien es nicht aus medizinischen Gesichtspunkten, aber auch nicht mit Blick auf die aktuelle pandemische Lage. «Kinder und Jugendliche, die eine Covid-19-Impfung benötigen, sollten dort geimpft werden, wo man sie und mögliche Vorerkrankungen kennt und eine adäquate ärztliche Versorgung und Impfnachsorge gewährleistet ist: bei ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten», teilte der Vorstand am Montag mit.
Mit den geplanten Covid-19-Impfungen der fünf- bis elfjährigen Kinder in den Berliner Impfzentren sei man grundsätzlich einverstanden, allerdings nur dann, wenn die Impfungen Ärzten mit Erfahrungen im pädiatrischen Bereich durchgeführt werden.
Maske rät Eltern gesunder Kinder, die finale Stiko-Empfehlung für diese Gruppe abzuwarten. Dazu lägen noch nicht alle Daten vor. Die Anfangsdaten «sehen schon recht gut aus», so dass wenig Risiko zu erwarte sei. «Aber wir wollen nicht sozusagen spekulieren, sondern wir wollen es wissen und dann den Eltern tatsächlich auch entgegen treten und sagen: «Das ist eine sichere Impfung auch für eure Kinder»», sagte der Kinderarzt. «Wir wollen keine Angst vor der Impfung machen, aber wir wollen ganz genau wissen, dass wir den Kindern und Jugendlichen tatsächlich einen Impfstoff verabreichen, der für sie sicher ist und keinen weiteren Schaden anrichtet.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 15. Dezember 2021 10:27 Uhr

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