Münzkabinett Berlin erwirbt wichtige Sammlung

Münzkabinett Berlin erwirbt wichtige Sammlung

Das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin hat mehr als 2000 Münzen aus Beständen des im vergangenen Jahr gestorbenen Sammlers Ernst-Henri Balan erworben. Damit seien die Objekte für die Forschung gesichert, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung in Berlin. Der Ankauf sei mit Hilfe der Ronus-Foundation und der Ernst von Siemens Kunststiftung möglich geworden.

Die Münzen stammen aus der sogenannten Kipper- und Wipperzeit, in der zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) das Münzsystem außer Kontrolle geriet. Die Münzentwertung in Mitteleuropa hatte den Angaben zufolge ihren Höhepunkt zwischen 1618 und 1622. Die Bezeichnung Kipper- und Wipperzeit gehe darauf zurück, mit einer Schnellwaage durch Wippen schwerere Silbermünzen zu identifizieren, die dann ausgesondert - ausgekippt - wurden. Zur Geldvermehrung wurden diese Münzen eingeschmolzen und unter Zugabe unedler Metalle wie Kupfer, Zinn oder Blei wieder in den Umlauf gebracht.
Diese Praxis der Geldvermehrung habe dazu geführt, dass breite Bevölkerungsschichten verelendeten, die auf einen festen Lohn festgelegt waren, dessen Steigerung mit dem Geldwertverfall nicht Schritt hielt.
Ein produktiver Kipper-Münzherr war der Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel, Friedrich Ulrich (1591-1634). Von den etwa 50 Münzstätten seines Herrschaftsgebiets wurden über 220 Münztypen unterschieden. Die nun erworbene Sammlung ist auf dort geprägte Münzen spezialisiert. Das Münzkabinett verfügte bereits über 650 welfische Kippermünzen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 28. Oktober 2021 11:48 Uhr

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