Hohe Nachfrage nach Schwimmkursen in den Ferien

Hohe Nachfrage nach Schwimmkursen in den Ferien

Berliner Schüler können in den Sommerferien den in der Corona-Pandemie ausgefallenen Schwimmunterricht nachholen. Es gibt verschiedene Intensivkurse, doch die Plätze sind sehr gefragt. Der Landessportbund (LSB) bietet gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Bildung kostenlose Kurse mit insgesamt 8000 Plätzen an - circa 7200 seien schon vergeben (Stand: Mittwoch), sagte die zuständige Referatsleiterin Johanna Suwelack der Deutschen Presse-Agentur. Auch die 1100 Plätze in den Schwimmkursen der Berliner Bäderbetriebe sind laut einer Sprecherin so gut wie weg. Vereinzelt gebe es noch Plätze.

Zwei Schwimmflügel liegen auf einem Startblock

© dpa

Zwei Schwimmflügel und ein Schwimmbrett liegen auf einem Startblock.

Die Schwimm-Intensivkurse des LSB richten sich den Angaben zufolge an Berliner Schüler der 3. und 4. Klasse, die im Schwimmunterricht kein Seepferdchen oder Jugendschwimmabzeichen in Bronze erworben haben. In Ausnahmefällen dürften auch Schüler der 5. und 6. Klasse teilnehmen. Die Kurse finden in mehreren Hallenbädern statt und dauern eine Woche. Im Herbst sollen nach Angaben von Referatsleiterin Suwelack weitere Kurse angeboten werden.
An den Schwimmkursen der Bäderbetriebe können 5- bis 12-Jährige teilnehmen. Die Kinder haben hauptsächlich die Möglichkeit, das Schwimmabzeichen Seepferdchen zu machen, sagte die Sprecherin. Es gibt auch einige Bronze-Kurse. Die Kurse finden demnach in den Sommerbädern statt und dauern in der Regel drei Wochen. Die Kurse sind anders als die des Landessportbundes kostenpflichtig.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Berlin (DLRG) hatte für die Sommerferien zunächst keine Kurse geplant, blickt jedoch skeptisch auf komprimierte Angebote: Diese bedeuteten entweder mehr Kinder im Kurs oder kürzere Zeiten. «Kinder durchzuschleusen, wird keine sicheren Schwimmer erzeugen», sagte Sprecher Michael Neiße. Vor der Corona-Pandemie fanden die Schwimmkurse in den Schulen für die Drittklässler immer über das gesamte Schuljahr verteilt statt.
Die durch die Pandemie entstandenen Defizite würden nur schwer aufgeholt werden können - schon vor der Pandemie gab es Engpässe bei den Schwimmkursen, weil Bäder aus Sanierungsgründen länger geschlossen waren. «Die Pandemie hat da noch einen drauf gesetzt», sagte Neiße. Mit einer Petition hatte die DLRG 2019 sich gegen die Schließung von Bädern in Deutschland engagiert. Laut DLRG gab es im Jahr 2000 rund 7800 Schwimmbäder in Deutschland. Ende 2018 seien es dagegen nur noch 6400 gewesen. Zudem seien viele Bäder sanierungsbedürftig.
Auch der Landessportbund warnte, dass sich ein ganzes Schuljahr ohne Schwimmunterricht nur schwer nachholen lasse. «Eine Woche ist kurz. Aber viele Kinder wollen unbedingt schwimmen lernen und brauchen in den Kursen nur einen Kick, dann klappt es», sagte Suwelack. Der LSB rechnet damit, die Intensivkurse in den kommenden drei Jahren fortzusetzen. Das Angebot sei im vergangenen Jahr massiv ausgebaut worden, weil der Bedarf riesig sei.
Im Juni 2020 schätzte die Senatsverwaltung, dass aufgrund des ausgefallenen Schwimmunterrichts 15.000 bis 16.000 Drittklässler zum Ende des Schuljahres 2019/2020 noch kein Bronze-Abzeichen hatten. Zahlen aus dem Schuljahr 2020/2021 lagen zunächst nicht vor. Da wegen der Corona-Pandemie der Schwimmunterricht im letzten und in diesem Schuljahr oft nicht stattfinden konnte, besteht ein hoher Bedarf an Schwimmkursen für Kinder, hieß es in einer Senatsmitteilung zu den Intensivkursen in den Sommerferien.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 26. Juni 2021 08:21 Uhr

Weitere Meldungen