«Farbrausch» - große Lehmpfuhl-Schau in Schleswig

«Farbrausch» - große Lehmpfuhl-Schau in Schleswig

Mit einer großangelegten Schau widmen sich die Landesmuseen Schloss Gottorf (Schleswig-Holstein) von Sonntag an dem Berliner Künstler Christopher Lehmpfuhl. Die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler konzipierte monografische Werkschau wird erstmalsüberhaupt das «Best-of» aus 25 Schaffensjahren Lehmpfuhls zeigen, teilte das Museum für Kunst und Kulturgeschichte am Freitag in Schleswig mit.

Gezeigt werden in der großen Sommerausstellung 154 Werke Lehmpfuhls - vom Frühwerk aus der Akademiezeit in Berlin, als er Meisterschüler Klaus Fußmanns war, bis hin zu aktuellen Bildern des Zyklus «Neue Heimat». Dieser sei sein persönlichster Zyklus, sagte Lehmpfuhl am Freitag. Er unterscheidet sich - schwarz-weiß gehalten - merklich von den anderen, farbgewaltigen Werken, bildet eine Art Kontrapunkt.
Der Künstler verarbeitet darin den Tod seiner Eltern, die 2018 im Abstand weniger Wochen gestorben sind. Entstanden sind die Bilder im Atelier, gemalt mit dem Pinsel, als Vorlage dienten Fotografien des Vaters. Eine unübliche Herangehensweise für einen Künstler, der normalerweise draußen nur mit den bloßen Händen unter großem Einsatz von Ölfarbe malt. Bis zu 40 Kilogramm Farbe sind in einigen Gemälden verarbeitet, schätzt Lehmpfuhl. Komplett durchtrocknen werden diese Werke wohl nie. Das Malen mit den Händen und Lehmpfuhls großzügiger Farbauftrag lassen Werke entstehen, die fast dreidimensional wirken.
Weitere Schwerpunkte der Schau bilden Landschaftsgemälde etwa aus den Hochalpen und von der Küste sowie Stadtansichten, darunter ein mehrteiliges, 14 Meter breites Panorama des Berliner Schlossplatzes. Dass Lehmpfuhl auch das kleine Format beherrscht, zeigen unter anderem auf kleine Leinwandstreifen gemalte Werke aus seiner Studienzeit. Abgerundet wird die Schau durch Aquarelle und Druckgrafiken Lehmpfuhls.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 23. April 2021 13:16 Uhr

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