Verdi: Hunderte beteiligen sich an Warnstreik bei Tüv Nord

Verdi: Hunderte beteiligen sich an Warnstreik bei Tüv Nord

Dem Aufruf zu einem Warnstreik beim Tüv Nord sind am Mittwoch nach Verdi-Angaben mehrere hundert Beschäftigte gefolgt. Rund 900 Mitglieder der Belegschaft hätten an einer «Online-Streikversammlung» teilgenommen, hieß es gegen Mittag zum Zwischenstand der Aktion aus der Gewerkschaft. Auch Kollegen vom Tüv Hessen seien dabei gewesen. In Norddeutschland seien einige kleinere Prüfstellen geschlossen, manche per Notdienst weiterbetrieben worden. «Auch bei Führerscheinprüfungen und Angeboten aus der Weiterbildung hat es nach unserer Beobachtung Einschränkungen gegeben.»

Ganztägiger Warnstreik an TÜV-Standorten

© dpa

Ein Mitglied der Gewerkschaft Verdi hält eine Fahne in den Händen.

Der Tüv Nord nannte zunächst keine Details zu den Auswirkungen des Warnstreiks. «Wir haben ein Angebot vorgelegt, das die guten Leistungen unserer Kolleginnen und Kolleginnen würdigt», bekräftigte der Prüfkonzern aus Hannover. «Der Erhalt aller Arbeitsplätze steht für uns im Vordergrund. In diesem Sinne setzen wir auf die nächsten Gesprächsrunden.» Ähnlich hatte sich am Dienstag Personalvorständin Astrid Petersen geäußert - man sei weiter «intensiv im Austausch».
Die Beschäftigten waren von Verdi aufgefordert worden, aus Protest gegen die schleppenden Tarifverhandlungen zu Hause zu bleiben. Betroffen sein sollten Tüv-Niederlassungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg.
Der Aufruf hatte sich zudem an die Belegschaft des Tüv Hessen gerichtet. Dort hielten sich die Folgen nach Darstellung des Unternehmens zunächst in Grenzen. So sollen alle hessischen Prüfstellen am Mittwoch geöffnet gewesen sein. Hauptuntersuchungen, Abnahmen oder Schadensgutachten hätten wie geplant stattfinden können. Bei Fahrprüfungen habe es aber einzelne Ausfälle gegeben.
Verdi hatte zu Beginn der Verhandlungen 7 Prozent mehr Geld in diesem Jahr verlangt, dabei mindestens 300 Euro mehr für die unteren Lohngruppen. Die Arbeitgeberseite habe dagegen bisher nur ein Plus von 2 Prozent für dieses und 2,5 Prozent für das kommende Jahr angeboten. Thema der Tarifauseinandersetzung sind auch Vorschläge für mehr Wahlmöglichkeiten zwischen Entgelt und Umwandlung in Freizeit.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 21. April 2021 13:36 Uhr

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