BVG-Chefin hat sich früh als lesbisch geoutet

BVG-Chefin hat sich früh als lesbisch geoutet

Die neue Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Eva Kreienkamp (58), wirbt für die Sichtbarkeit von Lesben und Schwulen und die Vielfalt in Unternehmen.

Eva Kreienkamp

© dpa

Die BVG-Chefin Eva Kreienkamp steht vor einem Bus.

Kreienkamp selbst hatte früh ihr lesbisches Coming-out, wie sie im «Queerspiegel» (Donnerstag, 18. März 2021), einem Newsletter des «Tagesspiegels», erzählte. «Mit 16, 17 habe ich mir gesagt, dass ich ein gutes Leben haben möchte, als ganze Person. Meine Sexualität ist ein Teil davon - auch im Beruf.» Sie sei davon überzeugt, dass jede Lebensform gelebt werden und damit dann auch gezeigt werden sollte, so Kreienkamp.
Mit Blick auf homophobe Angriffe in Bussen und U-Bahnen sagte sie: «Wir versuchen unser Bestes, indem wir unser Sicherheitspersonal gut schulen, damit dieses erkennen kann, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Wir haben eine Sicherheitsleitzentrale, die die Kameras beobachtet und nach Zwischenfällen aller Art sucht. Wenn etwas passiert, müssen wir es wissen - und zwar schnell.» Ein Vorfall müsse schnell zur Anzeige gebracht werden. Es bringe nichts, wenn etwas zum Beispiel nur gefilmt und auf sozialen Netzwerken geteilt werde. «Wenn Fälle nicht gemeldet und angezeigt werden, können wir nur in Maßen reagieren.»
Anfeindungen im öffentlichen Nahverkehr hat Kreienkamp demnach auch schon erlebt. Sie sei angeschnauzt worden, als sie ihre Frau geküsst habe. «Ich habe zurückgeschnauzt.» Die frühere Co-Geschäftsführerin des Mainzer Nahverkehrs war 2020 auf Sigrid Nikutta an der Spitze der BVG gefolgt. Die BVG ist Deutschlands größtes kommunales Nahverkehrsunternehmen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 18. März 2021 16:27 Uhr

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