Schulen in Berlin öffnen am 22. Februar

Schulen in Berlin öffnen am 22. Februar

Trotz Verlängerung des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen die Schulen in Berlin ab 22. Februar wieder schrittweise öffnen. Das kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Mittwoch (10. Februar 2021) nach Bund-Länder-Beratungen an.

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    Ein Mund-Nasen-Schutz liegt auf dem Tisch einer Schülerin.
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    Michael Müller, Berlins Regierender Bürgermeister.
Auch andere Bundesländer orientierten sich an diesem Termin, fügte der aktuelle Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) hinzu. Müller beschrieb die Öffnung von Schulen und Kitas, über die die Länder eigenständig entscheiden sollen, als schwierigen Abwägungsprozess zwischen Gesundheitsschutz einerseits sowie den sozialen Folgen weiter geschlossener Einrichtungen andererseits.

«Schrittweises Hochfahren des Präsenzbetriebes an Grundschulen» geplant

Es gehe nicht um eine Öffnung auf einen Schlag, sondern um «ein schrittweises Hochfahren des Präsenzbetriebes an den Grundschulen» mit Wechselunterricht, Hygieneregeln und auch neuen Testmöglichkeiten für Lehrer und Kinder. Letztere böten «mehr Sicherheit», so dass die Länder diesen Weg «guten Gewissens» gehen könnten. «Schule kann man nicht außen vor lassen beim Infektionsgeschehen», so Müller. Aber Wissenschaftler sagten auch: «Es gibt keine besonderen Auffälligkeiten bei den Kindern, schon gar nicht bei den ganz jungen.»

Friseure dürfen ab 1. März öffnen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder vereinbarten eine Verlängerung des Lockdowns um drei Wochen bis zum 7. März. Eine Ausnahme bilden die Friseure, die ab 1. März öffnen dürfen. Ab einem Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche sollen die Länder eine schrittweise Öffnung von geschlossenen Geschäften und Anbietern köpernaher Dienstleistungen, von Museen und Galerien ermöglichen können.

Kein Licht am Ende des Tunnels für Tourismus- und Kulturwirtschaft

Vertreter der Berliner Wirtschaft äußerten sich enttäuscht. «Die Ergebnisse des Treffens im Kanzleramt bleiben deutlich unter unseren Erwartungen», erklärte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Berlin (UVB), Christian Amsinck. «Ein klarer Fahrplan für die Wirtschaft, der sich an der Infektionslage orientiert, wäre möglich und verantwortbar gewesen.» Immerhin hätten nun Handel und Friseure eine belastbare Perspektive, die Öffnung der Schulen sei ein wichtiger Schritt. «Doch auch Hotels, Restaurants, Tourismus- und Kulturwirtschaft brauchen Licht am Ende des Tunnels.»

«Shopping-Tourismus» soll verhindert werden

Bei der möglichen Öffnung weiterer Teile des Einzelhandels soll nach den Worten Müllers «Shopping-Tourismus» verhindert werden. Deswegen hätten alle Länder betont, dass es mindestens mit den Nachbarn eine Verständigung geben sollte über ein einheitliches Vorgehen. Im Falle Berlins wäre das Brandenburg. Große Teile des Einzelhandels, Friseure, Kosmetiksalons sowie viele Schulen und Kitas sind im Zuge des bundesweiten Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie seit 16. Dezember geschlossen. Restaurants, Museen, Kinos, Theater, Freizeit- und Sporteinrichtungen mussten bereits Anfang November für Publikum schließen. Zudem gelten strenge Kontaktbeschränkungen.

Müller: «Es wäre fatal, jetzt ein, zwei Wochen zu früh zu sagen, jetzt sind wir durch.»

Nach Einschätzung Müllers haben die Maßnahmen vielen Menschen das Leben gerettet. Die positive Infektionsentwicklung in den vergangenen Wochen sei nicht von alleine gekommen, sondern Ergebnis der Anti-Corona-Maßnahmen. Der SPD-Politiker sprach von einem besonnenen politischen Weg. «Und ein Weg, der von unglaublich vielen Menschen solidarisch mitgetragen wurde. Sonst hätten wir das nicht erreicht», so Müller. «Und dieser Weg wiederum, so mühsam und so ermüdend er auch ist, hat vielen Menschen das Leben gerettet. Wir haben Tausende, die wegen dieses Wegs und dieser Erfolge nicht in ein Krankenhaus mussten und nicht auf eine Intensivstation.» Und auch dort sei eine langsame Entlastung zu beobachten. Gerade vor diesem Hintergrund sei es sehr wichtig, diesen Weg jetzt nicht aufzugeben. «Es wäre fatal, jetzt ein, zwei Wochen zu früh zu sagen, jetzt sind wir durch.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 12. Februar 2021 08:18 Uhr

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