Moderna-Impfstoff kommt: Streit um Wahlmöglichkeit

Moderna-Impfstoff kommt: Streit um Wahlmöglichkeit

Die ersten Chargen Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna sollen am Dienstag in Berlin eintreffen. Das teilte die Gesundheitsverwaltung am Montag auf Anfrage mit, ohne weitere Details etwa zur erwarteten Menge zu nennen. In der Vorwoche war von 2400 Dosen die Rede, also zunächst von einer eher geringen Menge. Anschließend, so hieß es vor einigen Tagen, sind etwa alle zwei Wochen Lieferungen in zunehmenden Umfängen geplant.

Eine Mitarbeiterin des Impfteams überprüft eine Spritze

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Eine Mitarbeiterin des Impfteams überprüft eine Spritze.

Das Moderna-Mittel war vor wenigen Tagen als zweiter Corona-Impfstoff in der EU zugelassen worden. Er gilt als ebenso wirksam, aber etwas unkomplizierter in der Handhabung als das Mittel von Biontech/Pfizer, das in Berlin seit dem 27. Dezember geimpft wird. Bisher wurden rund 88 000 Dosen davon nach Berlin geliefert.
Das neue Moderna-Vakzin soll im Impfzentrum im Erika-Hess-Eisstadion im Wedding gespritzt werden. Wann genau dieses zweite Impfzentrum nach der Arena in Treptow öffnet, konnte die Gesundheitsverwaltung am Montag noch nicht genau sagen. Zuletzt war von Donnerstag die Rede.
Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte am Wochenende mitgeteilt, dass die Menschen in Berlin wählen können sollen, mit welchem Impfstoff sie gegen Corona immunisiert werden. Wer zur Impfung eingeladen wird, soll sich für ein Impfzentrum entscheiden können, das den Stoff seiner Wahl anbietet. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte hingegen am Montag erneut, es werde keine Wahlmöglichkeit geben.
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hält ebenfalls nichts vom Vorstoß Kalaycis. «Dieser Vorschlag verwirrt die Bevölkerung mehr, als dass er hilft», sagt eine Sprecherin der KV Berlin am Montag auf Anfrage und verwies auf die aktuelle Knappheit der Vakzine. «Da nicht bekannt ist, dass ein Impfstoff besser als der andere ist, sollte den Menschen vielmehr vermittelt werden, dass man allen zugelassenen Impfstoffe vertrauen kann.»
Wichtig sei jetzt vor allem, dass alle Menschen, die es möchten, entsprechend der Priorisierung so schnell wie möglich geimpft werden, betonte die Sprecherin. «Dabei ist es nicht entscheidend, welcher Impfstoff zum Einsatz kommt.» In dem Zusammenhang wiederholte sie die Forderung der KV, Impfungen in den Arztpraxen zuzulassen, sobald ein dafür geeigneter Impfstoff verfügbar sei.
Bis einschließlich 10. Januar wurden in Berlin laut Robert Koch- Institut gut 32 000 Menschen gegen Corona geimpft. So lange er knapp ist, wird die Hälfte des gelieferten Impfstoffs zurückgelegt, um den zum ersten Mal geimpften Menschen mit einigen Wochen Abstand auch die für eine Immunisierung nötige zweite Impfung verabreichen zu können. Insgesamt plant Berlin für die erste Phase der Impfkampagne sechs Impfzentren.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 11. Januar 2021 14:58 Uhr

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