Parzinger: Antonowa hatte klare Haltung zu Beutekunst

Parzinger: Antonowa hatte klare Haltung zu Beutekunst

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat die gestorbene russische Kunstwissenschaftlerin Irina Antonowa als «eine der eindrucksvollsten Persönlichkeiten der russischen Museumswelt» gewürdigt. Ihr Lebensweg sei geprägt gewesen von den Katastrophen des 20. Jahrhunderts, sagte Parzinger, der auch Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe Kultur des Petersburger Dialoges ist, am Dienstag in Berlin.

Irina Antonowa sitzt im Puschkin-Museum

© dpa

Irina Antonowa sitzt im Puschkin-Museum.

«Fließend Deutsch sprechend, weil in den 1930er Jahren als Jugendliche in Berlin aufgewachsen, musste sie den verbrecherischen Angriffskrieg Nazi-Deutschlands gegen die Sowjetunion mit all seinen Verheerungen miterleben», sagte Parzinger. Entsprechend klar sei ihre Haltung in Bezug auf die Beutekunst gewesen.
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«Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie es für gerecht hielt, kriegsbedingt verbrachte Kulturgüter aus Deutschland als Entschädigung in Russland zu behalten.» Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges sei sie jedoch eine verlässliche Partnerin gewesen für intensivere Kooperationen zwischen deutschen und russischen Museen auch zur Beutekunst. «Dafür danken wir ihr», sagte Parziger.
Die Kunstwissenschaftlerin Antonowa war nach Angaben des Puschkin-Museums vom Dienstag im Alter von 98 Jahren gestorben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 1. Dezember 2020 13:07 Uhr

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