GEW kritisiert Senatsentscheidung zum Schulunterricht

GEW kritisiert Senatsentscheidung zum Schulunterricht

Aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geht die Entscheidung des Berliner Senats, Schulen angesichts der Corona-Pandemie mehr digitalen Unterricht zu erlauben, nicht weit genug.

Ein Mund-Nasen-Schutz liegt auf einem Atlas

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Ein Mund-Nasen-Schutz liegt während des Unterrichts auf einem Atlas.

«Es gilt nur für einen Teil der Jahrgänge, obwohl die Schulen Konzepte erarbeitet hatten, wie man es für die gesamte Schule machen kann», kritisierte der GEW-Landesvorsitzende Tom Erdmann am 27. November 2020. «Es ist auch für den Infektionsschutz halbherzig», sagte er. «Wir begrüßen aber, dass die Schulkonferenz darüber befinden soll.»
Der Senat hatte sich bei einer Sondersitzung am Donnerstag darauf verständigt, dass Schulen vom Standardunterricht abweichen können, solange Berlin einen Wert von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen aufweist. Das gilt für die Jahrgangsstufen 8 und 11 an den Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen sowie in den Jahrgangsstufen 8 und 9 an den Gymnasien. In der Regel werden Lerngruppen dann geteilt, der Unterricht findet einerseits in der Schule, andererseits unter schulischer Anleitung zu Hause statt.
Außerdem wird die Maskenpflicht in Schulen ausgeweitet. Sie gilt künftig im Unterricht auch in den Klassen 5 und 6 an den Grundschulen und Gemeinschaftsschulen in allen Berliner Bezirken mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Die GEW hatte sich noch zu Beginn des Schuljahrs deutlich gegen eine Maskenpflicht im Unterricht ausgesprochen. «Ich sehe es inzwischen aber so, dass wir von der Realität ein stückweit eingeholt wurden», sagte Erdmann. «Die Kinder tragen die Masken deutlich besser, als alle befürchtet hatten.»
Der GEW-Chef forderte, es müsse aber für alle Schüler Tragepausen geben. «Es muss möglich sein, dass man die Maske nach anderthalb Stunden mal für eine gewisse Zeit absetzt.» Das sei bisher leider nicht vorgesehen: «Es gibt kein Konzept dafür, dass man mal durchatmen kann.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 27. November 2020 14:51 Uhr

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