Teil-Lockdown: Charité-Professor rechnet mit Wirksamkeit

Teil-Lockdown: Charité-Professor rechnet mit Wirksamkeit

Der seit fast zwei Wochen geltende Teil-Lockdown in Deutschland dürfte nach Einschätzung eines Charité-Professors Wirkung zeigen.

Teil-Lockdown in Berlin

© dpa

Aufgestapelte Tische und Stühle stehen zu Beginn des einmonatigen Teil-Lockdowns in ganz Deutschland neben einem Kaffee.

Er rechne damit, dass sich eine gewisse Stabilisierung bei den Fallzahlen in den nächsten Wochen einstelle, sagte Leif-Erik Sander von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie am Freitag im ARD-«Morgenmagazin». Er selbst schaue nicht täglich auf die Statistik der Neuinfektionen - er sehe ja, was auf der Station los sei.
Insgesamt sind in Berlin laut Lagebericht der Gesundheitsverwaltung derzeit knapp 1000 Menschen wegen Sars-CoV-2 in stationärer Behandlung, davon 265 auf Intensivstationen. «Aktuell, glaube ich, ist die Lage noch stabil bei uns», sagte Sander zur Situation an der Charité. Zahlen nannte er nicht. Man habe aber auch in der Nacht zum Freitag wieder Covid-19-Patienten aufgenommen.
Der Wissenschaftler zeigte sich mit Blick auf den möglichen Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer zuversichtlich: Zwar sei es eine komplett neue Technologie - wenn er sich die Biologie dahinter anschaue, sei er aber «relativ guter Dinge, dass das ein sehr, sehr sicherer Impfstoff ist». Er wünsche sich, dass sich in den besonders gefährdeten Gruppen die Impfbereitschaft noch erhöhe.
Ältere Menschen mit kritischer Einstellung zum Impfen würde er auf das sehr hohe Risiko eines schweren oder tödlichen Verlaufs von Covid-19 hinweisen, sagte Sander. «Das ist natürlich mit Impfstoffen immer eine Risiko-Nutzen-Abwägung. In dem Fall würde ich dringend zur Impfung raten.» Man müsse aber natürlich erst alle Studienergebnisse und die Zulassung eines Impfstoffs abwarten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 13. November 2020 12:07 Uhr

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