Auschwitz Komitee: Demokratie und Toleranz verteidigen

Auschwitz Komitee: Demokratie und Toleranz verteidigen

Für das Internationale Auschwitz Komitee ist der 82. Jahrestag der Pogromnacht auch ein Aufruf, Demokratie und Toleranz gegen Hass und Gleichgültigkeit zu verteidigen.

Auschwitz-Birkenau

© dpa

Stacheldrahtzäune und ein Wachturm des früheren Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

«Bis zum heutigen Tag ist für jüdische Überlebende dieser Schreckensnacht die Erinnerung an die Gleichgültigkeit der allermeisten ihrer Nachbarn das Entsetzlichste, womit sie bis heute nicht fertig geworden sind», erklärte der geschäftsführende Vizepräsident Christoph Heubner laut einer Pressemitteilung am Montag (9. November 2020) in Berlin. Die Überlebenden engagierten sich gerade deshalb gegen antisemitischen Hass und die mörderische Gewalt, die aus ihm in Deutschland, Frankreich und Österreich hervorgebrochen sei.

Kranzniederlegung am Gedenkstein der ehemaligen Synagoge Schöneberg

Die Berliner Staatssekretärin für Justiz, Daniela Brückner, gedachte Montag der Pogromnacht von 1938. Am Jahrestag der nationalsozialistischen Novemberpogrome legte sie gemeinsam mit dem Ansprechpartner des Landes Berlin für Antisemitismus, Prof. Samuel Salzborn, einen Kranz am Gedenkstein für die ehemalige Synagoge Schöneberg in der Münchner Straße ab. Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne), der an der Niederlegung teilnehmen wollte, war kurzfristig verhindert, sagte ein Sprecher.

Mehrere Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt

Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller, forderte am Sonntag, Antisemitismus entschieden entgegenzutreten. Es sei beschämend, dass es auch in Berlin auf offener Straße antisemitische Attacken gebe, sagte Müller laut Mitteilung. Mehrere Veranstaltungen für den 9. November wurden wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Bei den Novemberpogromen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 steckten Nationalsozialisten in ganz Deutschland Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen in Brand und misshandelten, verschleppten und ermordeten jüdische Mitbürger.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 9. November 2020 13:17 Uhr

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