Minister: Zentraler Zugang zu digitalen Kolonialobjekten

Minister: Zentraler Zugang zu digitalen Kolonialobjekten

Mit einem zentralen Zugang zu bereits digitalisierten Objekten wollen die Kulturminister von Bund und Ländern den Zugriff auf Sammlungsgut aus kolonialen Zusammenhängen erleichtern. Zudem soll es eine digitale Grunderfassung sowie Veröffentlichung einschlägiger Bestände geben, und es sollen Standards erarbeitet werden, damit die Objekte langfristig digital verfügbar werden. Dies soll gemeinsam mit den Herkunftsstaaten, den entsprechenden Gesellschaften und der Diaspora in Deutschland geschehen.

«Erprobt wird die Strategie zunächst mit ausgewählten Einrichtungen unter Einschluss wissenschaftlicher Sammlungen», hieß es am Mittwoch nach einem Treffen. Die Koordinierung erfolgt durch die Anfang des Jahres in Berlin eingerichtete Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten.
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«Wir kommen damit einer unserer zentralen kulturpolitischen Aufgaben nach, den Kolonialismus aufzuarbeiten, und tragen zugleich dem berechtigen Interesse der Herkunftsgesellschaften an einer leichteren Zugänglichkeit der Bestände Rechnung», sagte der Vorsitzende der Kulturministerkonferenz, Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU).
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach vom Ziel, «größtmögliche Transparenz zu schaffen bei den Beständen aus kolonialen Kontexten, die sich in unseren Museen und Sammlungen befinden». Für Andreas Görgen, Abteilungsleiter im Auswärtigen Amt, ist «die Aufarbeitung des Kolonialismus und damit auch der Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten ein zentrales Thema der internationalen Kulturbeziehungen».

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 14. Oktober 2020 19:55 Uhr

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