Demonstration gegen Entfernung einer Friedensstatue

Demonstration gegen Entfernung einer Friedensstatue

In Berlin-Moabit hat am Dienstagmittag eine Demonstration gegen die Entfernung einer sogenannten Friedensstatue des Korea Verbandes stattgefunden.

  • Demonstration gegen Entfernung der Friedensstatue (1)© dpa
    Vertreterinnen des Korea-Verbandes protestieren an der Friedensstatue in Moabit gegen deren Entfernung. Der deutsche Korea-Verband hatte die Friedensstatue Ende September 2020 enthüllt.
  • Demonstration gegen Entfernung der Friedensstatue (2)© dpa
    Vertreterinnen des Korea-Verbandes protestieren an der Friedensstatue in Moabit gegen deren Entfernung.
  • Demonstration gegen sogenannte Friedensstatue© dpa
    Vertreterinnen des Korea-Verbandes protestieren bei einem Demonstrationszug gegen die Entfernung der Statue.
Mit der Figur will der Verband nach eigenen Angaben an die über 200 000 Mädchen und Frauen aus 14 Ländern erinnern, die vom japanischen Militär während des Asien-Pazifik-Krieges (1931-1945) als sogenannte Trostfrauen sexuell versklavt wurden. Unter den Protestierenden waren viele Frauen. Der Aufzug startete an der Statue und sollte am Rathaus Tiergarten enden.

Genehmigung für die Statue zurückgenommen

Das Bezirksamt Mitte hatte in der vergangenen Woche eine für ein Jahr erteilte Genehmigung für die Statue zurückgenommen. Sie solle bis Mittwoch entfernt werden, hieß es in einer Mitteilung. Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Die Grünen) begründete die Entscheidung damit, dass der Bezirk als Genehmigungsbehörde auf eine Parteinahme in zwischenstaatlichen und insbesondere historischen Konflikten verzichten wolle.
Laut der Mitteilung war die Statue im Vorfeld als Statement gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen in kriegerischen Konflikten gewertet worden. Allerdings thematisiere sie in ihrer jetzigen Gestaltung ausschließlich das Verhalten der japanischen Armee im Zweiten Weltkrieg.

Ähnlichen Statuen in Frankfurt am Main und bei Regensburg

Die Statue zeigt eine Frau, die auf einem Stuhl sitzt. Neben ihr steht ein leerer Stuhl. Dazu gibt es eine Spruchtafel. Aufgestellt ist sie an der Birkenstraße Ecke Bremer Straße. Nach Angaben des Verbandes stehen auch in Frankfurt am Main und bei Regensburg Friedensstatuen.
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Nach Schätzungen von Historikern wurden im Zweiten Weltkrieg bis zu 200 000 Frauen, vor allem aus Korea und China, gezwungen, Soldaten der japanischen Kaiserarmee in Frontbordellen zu arbeiten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 13. Oktober 2020 14:38 Uhr

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