Michael Müller für mehr Hilfe vom Bund bei Kontaktverfolgung

Michael Müller für mehr Hilfe vom Bund bei Kontaktverfolgung

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich für mehr personelle Unterstützung vom Bund bei der Kontaktverfolgung in der Corona-Pandemie ausgesprochen.

Bürgermeister Michael Müller gestikuliert

© dpa

Michael Müller (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister, spricht.

Sie sollte seiner Ansicht nach längerfristig angelegt sein. «Mir war es wichtig zu betonen, dass wir auch von der Bundesebene vor allem für die Kontaktverfolgung der Infektionsketten noch mehr personelle Unterstützung erhalten», erklärte Müller am Freitag (09. Oktober 2020) nach der Videokonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Bürgermeistern der größten deutschen Städte.

Experten sollen in Corona-Hotspots geschickt werden

Die Bundeswehr und das Robert Koch-Institut sollen künftig Experten in Corona-Hotspots schicken. Das gilt laut einer am Freitag getroffenen Vereinbarung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Bürgermeistern großer Städte, wenn in sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner registriert wurden.
«Zudem habe ich deutlich gemacht, dass ich innerdeutsche Reisebeschränkungen aktuell nicht für ein geeignetes Instrument halte, um die Pandemie einzudämmen», teilte Müller mit. «Es gibt eine große Einigkeit zwischen den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, dass die Situation in allen Städten besorgniserregend ist. Bundesweit steigen die Infektionszahlen - vor allem in den Metropolen», so der Regierende Bürgermeister.
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Müller: Auch andere Städte wollen Sperrstunden, Kontaktbeschränkungen und Alkoholverbot beschließen

«Wie in Berlin haben sich auch andere Städte dazu entschieden, einschränkende Maßnahmen wie beispielsweise Sperrstunden für die Gastronomie, Kontaktbeschränkungen vor allem in den Innenräumen oder Alkoholverbot zu beschließen», ergänzte Müller. Diese Schritte hielten auch die Wissenschaftler für dringend und sinnvoll.
Die Bundeskanzlerin hatte die aktuelle Lage in der Corona-Krise am Freitagnachmittag mit den Stadtoberhäuptern unter anderem von Berlin, Hamburg, Bremen, München, Frankfurt am Main und Köln erörtert. In Berlin und weiteren Städten wie Bremen hat die sogenannte 7-Tage-Inzidenz den kritischen 50er-Wert überschritten. Er bildet die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen ab. In der Hauptstadt lag der Wert am Donnerstag bei 52,8.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 9. Oktober 2020 15:59 Uhr

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