Polizei: Räumung der Liebigstraße 34 wie geplant am Freitag

Polizei: Räumung der Liebigstraße 34 wie geplant am Freitag

Die Räumung des besetzten Hauses «Liebig 34» in Berlin-Friedrichshain soll am Freitagmorgen wie angekündigt stattfinden. Das bestätigte die Polizei am 08. Oktober 2020.

Polizeifahrzeuge stehen am Haus Nr. 34 in der Liebigstraße

© dpa

Polizeifahrzeuge stehen am Haus Nr. 34 in der Liebigstraße.

«Wir werden den Gerichtsvollzieher begleiten, um in Amtshilfe den Beschluss zu vollstrecken», sagte eine Polizeisprecherin auf der abgesperrten Straße vor dem Haus. Einzelheiten zum Einsatz und zur Größe des Polizeiaufgebots wollte sie noch nicht verraten und verwies auf den Freitag. Bekannt ist aber, dass die Polizei viele Demonstranten erwartet und mit Tausenden Beamten möglichen Gewaltausbrüchen entgegentreten will.
Am Donnerstagnachmittag begutachtete ein Spezialteam der Polizei mit umfangreicher Kletterausrüstung das Haus Liebigstraße 34. Auch andere Spezialeinheiten sollen am Freitagmorgen bereitstehen. Die Polizei rechnet damit, dass die Eingänge des Hauses verbarrikadiert sind und unter Umständen mit schwerer Technik aufwendig aufgebrochen werden müssen.
Um 13.00 Uhr verließen etwa zehn junge Frauen mit Rucksäcken und großen Taschen die Liebigstraße 34. Auch bei früheren Räumungen von besetzten Häusern waren morgens bei der Ankunft des Gerichtsvollziehers bereits alle Bewohner ausgezogen.
Die Polizei hatte die Kreuzung Liebigstraße und Rigaer Straße am Donnerstagmorgen mit Gittern abgesperrt. Zahlreiche Polizei-Mannschaftswagen standen bereits in der Umgebung verteilt. Im Westen am Bersarinplatz und im Norden befanden sich die Absperrungen sehr weit entfernt von dem Haus. Von Süden und Osten kamen Neugierige fast bis an die Kreuzung. Ob das auch am Freitagmorgen, wenn Demonstrationen gegen die Räumung geplant sind, so sein wird, konnte die Polizei noch nicht sagen.
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Das Haus in der Liebigstraße ist eines der letzten Symbolprojekte der linksradikalen Szene in Berlin. Die Bewohnerinnen sind nach eigener Darstellung feministisch, anarchistisch, anti-kapitalistisch und linksradikal. Im Internet wird seit längerem zum gewaltsamen Widerstand gegen die Räumung aufgerufen.
Das Kammergericht hatte kürzlich einen Antrag der Bewohnerinnen zurückgewiesen, die Vollstreckung des Räumungsurteils vorerst auszusetzen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 8. Oktober 2020 15:07 Uhr

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