Zentralrat der Juden feiert 70. Geburtstag in Berlin

Zentralrat der Juden feiert 70. Geburtstag in Berlin

Der Zentralrat der Juden in Deutschland erinnert in einer Feierstunde an diesem Dienstag (15. September, 11 Uhr) in Berlin an seine Gründung vor 70 Jahren.

Neue Synagoge Berlin

© dpa

Den Festvortrag im Centrum Judaicum hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, hält eine Ansprache. Musikalisch wird der Festakt durch den Geiger Daniel Hope und den Berliner Kantor Isidoro Abramowicz gestaltet. Zu dem Festakt sind rund 130 Gäste eingeladen, darunter Politiker aus Bund und Ländern sowie Vertreter aus Gesellschaft und Kirchen. Die ARD überträgt den Festakt von 10.50 Uhr bis 12.00 Uhr.

Zentralrat der Juden seit 1999 in Berlin

Der Zentralrat der Juden in Deutschland war am 19. Juli 1950 in Frankfurt am Main gegründet worden. Als Dachorganisation vertritt er die politischen und gesellschaftlichen Interessen von 23 Landesverbänden und 105 jüdischen Gemeinden mit rund 100 000 Mitgliedern. Ab 1951 hatte der Zentralrat seinen Sitz in Düsseldorf, ab 1985 in Bonn und seit 1999 in Berlin, wo die Hauptverwaltung im Leo-Baeck-Haus untergebracht ist.
Ein Vorläufer des Zentralrats war das Zentralkomitee der befreiten Juden, das sich unmittelbar nach der Befreiung Deutschlands durch die Alliierten und der Kapitulation Nazideutschlands 1945 gebildet hatte.

Schuster: Zentralrat ist integraler Bestandteil der deutschen Gesellschaft

«Was nach der Schoah als Provisorium startete, ist heute integraler Bestandteil der deutschen Gesellschaft», hatte Zentralratspräsident Schuster erklärt. Das jüdische Leben gehöre dazu. Wie in den vergangenen Jahrzehnten werde der Zentralrat auch künftig seine Stimme erheben, wenn etwa die Rechte der jüdischen Gemeinschaft oder anderer Minderheiten sowie demokratische Grundrechte gefährdet seien.

Zahl der antisemitischen Vorfälle steigt

In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland auch zunehmend antisemitische Vorfälle registriert, zuletzt etwa bei den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen. Nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) gehörten etwa die antisemitische Bezugnahme auf den Nationalsozialismus oder die Verwendung von antisemitischen Verschwörungsmythen dazu.
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Seit Juli läuft vor dem Oberlandesgericht Naumburg der Prozess um den Anschlag auf die Synagoge von Halle. Der 28-jährige Stephan Balliet hatte gestanden, am 9. Oktober 2019 schwer bewaffnet versucht zu haben, die Synagoge von Halle zu stürmen und ein Massaker anzurichten. Darin feierten gerade 52 Menschen den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. Der Attentäter scheiterte jedoch an der Tür, erschoss daraufhin eine Passantin, die zufällig an der Synagoge vorbei kam, und später einen jungen Mann in einem Dönerimbiss.
Die Neue Synagoge in Berlin
© dpa

Jüdisches Berlin

Neue Synagoge, das ehemalige Scheunenviertel oder die Friedhöfe: Berlin hat eine lange jüdische Tradition, die auch heute noch sehr lebendig ist. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 15. September 2020 08:27 Uhr

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