«Fachkraft für Kraftwerksrückbau»: Erste Ausbildung beginnt

«Fachkraft für Kraftwerksrückbau»: Erste Ausbildung beginnt

Eine Spezial-Ausbildung für Fachkräfte beim Rückbau von Atom- und Kohlekraftwerken hat die Neubrandenburger Industrie- und Handelskammer jetzt aufgelegt. Ab 12. Oktober können sich Interessierte zur «Fachkraft für Kraftwerksrückbau (IHK)» ausbilden lassen, wie das Schweriner Wirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte. Diesen Lehrgang gebe es erstmals in Deutschland und er dauere neun Monate. Dazu gehören ein Theorieteil und Praktika bei mehreren Firmen wie in Lubmin (Vorpommern-Greifswald), wo der Rückbau des größten DDR-Kernkraftwerkes seit Jahren läuft, sowie im brandenburgischen Lübbenau (Oberspreewald/Lausitz). Teilnehmer müssen auch ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, wie Bernd Krabbe vom Berufsfortbildungswerk des DGB (bfw) als Organisator sagte.

Hintergrund der Ausbildung sei der geplante Rückbau noch laufender Kernkraftwerke in Deutschland und später von Kohlekraftwerken. Dafür würden Spezialisten gesucht. Sie sollten unter anderem im Strahlenschutz bewandert sein, Wissen über Handhabung und Zerlegung von Armaturen, Komponenten und Rohrleitungen der Kraftwerke haben sowie sich mit Dekontamination auskennen. Die TU Dresden und die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) in Cottbus seien Partner.
In Lubmin läuft im bundeseigenen Entsorgungswerk für Nuklearanlagen (EWN) seit 1995 der Rückbau des einst größten Kernkraftwerkes in Ostdeutschland, gemeinsam mit dem Rückbau des kleineren Kraftwerkes in Rheinsberg. 2006 wurde der letzte Castor-Behälter mit Kernbrennstoff der EWN ins benachbarte Zwischenlager Nord gebracht, das dort eingerichtet worden war. Laut EWN sind 74 Castorbehälter dort eingelagert, darunter 65 aus Lubmin und Rheinsberg.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 8. September 2020 11:30 Uhr

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