Bauantrag für St.-Hedwigs-Kathedrale genehmigt

Bauantrag für St.-Hedwigs-Kathedrale genehmigt

Der Bauantrag für die Sanierung und die umstrittene Umgestaltung der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale ist genehmigt. Das teilte das Erzbistum am Donnerstag in Berlin mit. «Mit der Umgestaltung werden wir der Architektur des Rundbaus gerecht - wir rücken den Altar ins Zentrum», sagte Dompropst Tobias Przytarski zur Baugenehmigung. «Dies ist kein Abbruch, sondern ein liturgisch stimmiger und konsequenter Aufbruch in die Zukunft.»

Die St.- Hedwigs-Kathedrale ist für Bauarbeiten eingerüstet

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Die St.- Hedwigs-Kathedrale ist für Bauarbeiten eingerüstet.

Gegner des Umbaus hatten zuletzt eine juristische Niederlage hinnehmen müssen. Die Neugestaltung des Kircheninnenraums verstoße nicht gegen das Urheberrecht ihres Architekten Hans Schwippert, entschied das Berliner Landgericht. Die Kirche habe das Recht, das Gotteshaus nach ihren Wünschen umzugestalten. Es wies damit eine Klage gegen Veränderungen in der katholischen Hauptkirche Berlins ab.
Geklagt hatten Rechtsnachfolger der an dem Bau beteiligten Künstler und des Architekten Hans Schwippert. Berliner Katholiken und Denkmalschützer wenden sich vor allem gegen den Plan, den Zugang zur Unterkirche im Zentrum des Innenraumes zu schließen. Dabei soll der Altar ins Zentrum der Rundkirche rücken.
Der Umbau war von dem früheren Berliner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki beschlossen worden. Sein Nachfolger Heiner Koch hatte nach öffentlichen Diskussionen entschieden, die Umgestaltung und die dringende Sanierung in Angriff zu nehmen.
Die Arbeiten sollen bis 2023 andauern, die Kathedrale ist seit September 2018 geschlossen. Schwippert (1899-1973) hatte die Kirche nach der Teilzerstörung im Zweiten Weltkrieg mit Künstlern aus Ost- und Westdeutschland wiedererrichtet.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 30. Juli 2020 13:33 Uhr

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