Fußball befreit: Aber «Graubereich» und Saisonstart unklar

Fußball befreit: Aber «Graubereich» und Saisonstart unklar

Der Berliner Fußball ist ab sofort für alle Spiel- und Altersklassen von der Corona-Sperre befreit - zumindest kann ab sofort wieder ohne Abstandsregel trainiert werden. Trotz der von Sportlern, Vereinen und Verbänden herbeigesehnten sofortigen Freigabe von Kontaktsport durch den Senat gibt es weiter Fragezeichen. Denn grünes Licht für den Wettkampfspielbetrieb ist in der veröffentlichten Neuregelung der Corona-Regeln nicht vorgesehen. Ziel sei es, den Re-Start im September durchzuführen - das wäre dann nach einer rund halbjährigen Corona-Pause.

Ein Fußballspieler am Ball

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Ein Fußballspieler am Ball.

Der Berliner Fußball-Verband (BFV) sieht weiter Gesprächsbedarf. Denn dieses Zeitfenster könnte unter anderem zur Folge haben, dass der Berliner Landespokalsieger als Teilnehmer am DFB-Pokal nicht rechtzeitig ermittelt werden kann. Die erste Runde des nationalen Cups soll vom 11. bis 14. September gespielt werden. Ein außerordentlicher Verbandstag hat bereits festgelegt, dass die Berliner Starter an den deutschlandweiten Pokal-Wettbewerben zur Not vom BFV-Präsidium bestimmt werden können.
«Leider haben wir noch keine Klarheit, wann der Spielbetrieb 2020/21 des Berliner Fußball-Verbandes aufgenommen werden kann», sagte BFV-Geschäftsführer Kevin Langner: «Mir wurde aber vom Senat am Telefon erläutert, dass zunächst die Infektionszahlen nach der Urlaubsphase und somit zum Ende der Berliner Sommerferien abgewartet werden sollen. Dieses Argument kann ich inhaltlich nachvollziehen.» Aus Sicht des Verbandes soll es aber nochmals den Austausch mit den verantwortlichen Politikern geben, «um auch im letzten Schritt Klarheit zum Saisonbeginn zu bekommen», erklärte Langner.
Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport hatte am Montag mitgeteilt, dass bei Kontaktsportarten und damit auch beim Amateurfußball «ab sofort voller Trainingsbetrieb erlaubt» sei. «Diese Regelung gilt ausnahmslos für sämtliche Sportarten», teilte der Landessportbund am Dienstag auf seiner Homepage den Vereinen mit. Einen offiziellen Senatsbeschluss dazu soll es aber erst am 21. Juli geben. Der BFV sprach von einem «Graubereich» bis dahin. Für das Kontakttraining gilt die Umsetzung eines Hygienekonzeptes.
BFV-Präsident Bernd Schultz appellierte an die Vereine, nicht leichtsinnig mit den sofortigen Lockerungen umzugehen: «Ich bitte alle Mitgliederinnen und Mitglieder bei der Trainingsaufnahme mit Kontakten das Hygienekonzept des Berliner Fußball-Verbandes zu berücksichtigen, damit unsere Bemühungen zur Rückkehr in den Spielbetrieb weiter gestärkt werden.»
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat allen Regional- und Landesverbänden einen Leitfaden übermittelt, wie der Re-Start unter Einhaltung der Corona-Regeln gestaltet werden soll. Insbesondere ist darauf zu achten, dass die Trainingsgruppen geschlossen bleiben und zudem Anwesenheitslisten geführt werden. «Für eine Rückkehr zur Normalität ist es noch zu früh. Aber jede Lockerung bedeutet einen Zuwachs an Lebensqualität», erklärten DFB-Präsident Fritz Keller und sein Vize Rainer Koch.
Außerhalb des Feldes muss weiter der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Die Sportstätten werden in die drei Zonen «Innenraum/Spielfeld», «Umkleidebereiche» und «Publikumsbereich» geteilt. Zudem wird in dem elf Kapitel umfassenden Leitfaden auf Trainingstipps in Corona-Zeiten verwiesen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 14. Juli 2020 13:19 Uhr

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