Gericht: Ersatzunterkünfte für Lollapalooza-Anwohner richtig

Gericht: Ersatzunterkünfte für Lollapalooza-Anwohner richtig

Gerichtsschlappe für das Lollapalooza-Festival: Die Veranstalter hätten im vergangenen Jahr den vom Lärm betroffenen Anwohnern des Berliner Olympiastadions Ersatzunterkünfte anbieten müssen.

Eine Statue der Justitia hält die Waage

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Eine Statue der Justitia hält die Waage.

Das Verwaltungsgericht Berlin wies damit laut einer Mitteilung vom Donnerstag (09. Juli 2020) eine Klage des Lollapalooza-Musikfestivals gegen Auflagen der Umweltverwaltung zurück. Die Anwohner in der Nähe des Festivalgeländes hätten während des zweitägigen Treffens eine angemessene Ersatz-Unterbringung bekommen müssen, hieß es. Mehr als 1400 Haushalte seien von der lautstarken Musik und vor allem den Bassklängen in ihren Wohnungen betroffen gewesen.

Lärmschützende Mittel wie moderne Beschallungsanlagen kamen zum Einsatz

Die Veranstalter hatten bei ihrer Klage argumentiert, dass es für die Auflage keine Rechtsgrundlage gebe und sie bei Kosten von mehr als 100 000 Euro unverhältnismäßig teuer gewesen wäre. Es habe mildere Mittel gegeben, um die Nachbarn vor Lärm zu schützen, die zum Teil auch umgesetzt worden seien - wie etwa moderne Beschallungsanlagen, umfassende Anwohner-Kommunikation und Freitickets, teilte das Gericht weiter mit.

Auflagen der Umweltbehörde laut Gericht rechtens

Die 10. Kammer des Verwaltungsgerichts erklärte, das Festival, das 2019 in Berlin zum fünften Mal stattgefunden hatte, sei zwar für die Stadt von herausragender Bedeutung. Die Anwohner hätten aber vor schädlichen Umwelteinwirkungen geschützt werden müssen. Die Auflagen der Umweltbehörde seien deswegen rechtens gewesen. Eine Berufung gegen das Urteil ist vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zulässig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 9. Juli 2020 15:22 Uhr

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