Strom auf dem Land in Brandenburg teurer als in den Städten

Strom auf dem Land in Brandenburg teurer als in den Städten

Wer in Brandenburg auf dem Land wohnt, muss für seinen Strom etwas mehr Geld ausgeben als die Verbraucher in den Städten. Nach Berechnungen des Vergleichs- und Vermittlungsportals Check 24 zahlen Städter im landesweiten Durchschnitt rund 1328,84 Euro bei einem Jahresverbrauch von 4250 Kilowattstunden. Im ländlichen Raum liegt dieser Preis mit 1357,03 Euro gut 28 Euro höher. Im bundesweiten Schnitt liegt die Stadt-Land-Differenz beim Strompreis bei rund 25 Euro.

Strom auf dem Land in Sachsen etwas teurer

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Eine Windenergieanlage ist hinter Hochspannungsleitungen einer 380 Kilovolt (380 KV) Freileitung zu sehen.

Den höchsten Preisunterschied gebe es in Mecklenburg-Vorpommern, wo Haushalte auf dem Land für 4250 Kilowattstunden durchschnittlich rund 117 Euro mehr zahlten als in der Stadt. Das sei ein Preisplus von 9 Prozent. In Schleswig-Holstein müssten Haushalte im ländlichen Raum knapp 80 Euro mehr zahlen. In den meisten anderen Bundesländern sei das Gefälle beim Strompreis geringer. Nur in Hessen und Thüringen ist Strom der Analyse zufolge in der Stadt leicht teurer.
Ein Grund für die Preisunterschiede seien die Netznutzungsentgelte, betonen die Marktbeobachter von Check24. Sie machen rund ein Viertel des Strompreises aus. In weniger stark bewohnten Gebieten würden die Kosten auf weniger Einwohner verteilt und fielen deshalb pro Haushalt höher aus.
Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind die Kosten für die Stromleitungen vor allem in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern relativ hoch. Die niedrigsten Netzkosten hatten dagegen im Jahr 2019 die Haushalte in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Bremen auf ihrer Stromrechnung.
Die Ursachen für die verschieden hohen Netzentgelte seien vielschichtig, betont die Netzagentur. So seien die Netze in den neuen Bundesländern zu groß dimensioniert und deshalb teilweise nicht genügend ausgelastet. Ältere Netze mit geringen Restwerten führen zudem zu geringeren Kosten als neue Netze.
Auch die Kosten für die Integration der erneuerbaren Energien in das Stromnetz sind unterschiedlich hoch. Viele Investitionen der Energiewende werden auf dem Land getätigt. Die Ausgaben für den Anschluss von Wind- und Solaranlagen werden vielfach auf die Stromkunden des örtlichen Verteilnetzes umgelegt.
Seit 2019 werden die Entgelte für die großen Übertragungsnetze, die einen Teil der gesamten Leitungskosten ausmachen, bundesweit vereinheitlicht. Ab dem 1. Januar 2023 sollen sie in Deutschland überall gleich hoch sein.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 5. Juli 2020 08:48 Uhr

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