75 Jahre Kriegsende: Zahlreiche Aktionen trotz Corona

75 Jahre Kriegsende: Zahlreiche Aktionen trotz Corona

Kranzniederlegungen, Gottesdienste und ein bunter Panzer: Trotz Corona-Beschränkungen haben Politik und Gesellschaft in Berlin mit diversen Aktionen und Veranstaltungen am Freitag an das Ende des 2. Weltkriegs vor 75 Jahren erinnert.

Kriegsende

© dpa

Das stark beschädigte Berliner Reichstagsgebäude zum Kriegsende.

Die zentralen Veranstaltungen begannen am Morgen mit einem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom. Unter anderem Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), sowie der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, standen vor leeren Reihen. Publikum war wegen Corona nicht zu zugelassen. Unter dem Leitwort «Frieden» wollten die Kirchen an die heutige Verantwortung der Gesellschaft für ein Miteinander ohne Krieg und Gewalt erinnern.
Bei der zentralen Gedenkveranstaltung rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bürger zur Verteidigung der Demokratie auf. Mit ihm versammelten sich auch die Spitzen der vier anderen Verfassungsorgane - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die Präsidenten des Bundestags, des Bundesrats und des Bundesverfassungsgerichts, Wolfgang Schäuble (CDU), Dietmar Woidke (SPD) und Andreas Voßkuhle - an der Neuen Wache in Berlin.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) nahm am Morgen an einer Kranzniederlegung am Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten teil. Ukrainische Soldaten salutierten vor den zahlreichen Kränzen.
Wegen der Corona-Pandemie fiel der runde Jahrestag anders als geplant aus: Die ursprünglich geplanten Großveranstaltungen zur Erinnerung an das historische Datum wurden abgesagt. Die Pandemie machte sich an vielen Orten am Freitag dennoch bemerkbar - Menschen hielten Abstand oder trugen teilweise Masken.
Im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst konnten Interessierte den Kapitulationssaal besichtigen, in dem Offiziere der Wehrmacht vor 75 Jahren die bedingungslose Kapitulation unterzeichnet hatten. Eine dpa-Reporterin berichtete, dass immer nur ein paar Leute eingelassen worden seien, sie hätten Mundschutz tragen müssen. Auch auf dem Außengelände, wo diverse Info-Tafeln standen, wurde zum Abstandhalten aufgerufen. Nach Angaben einer Mitarbeiterin hatten allein bis zum Mittag rund 300 Menschen das Museum besucht.
Vor dem Brandenburger Tor wurde es künstlerisch: Der gebürtige Leipziger Pop Art-Künstler Michael Fischer-Art füllte dort einen bunt gestalteten, aufblasbaren Panzer mit Luft - unter anderem ein «Peace»-Schriftzug zierte das Kunstwerk. Auch der Osnabrücker Bildkünstler Volker-Johannes Trieb präsentierte dort sein Kunstwerk «White root» - die weiß gestrichene Wurzel einer mehr als 200 Jahre alten Eiche.
Mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht am Abend des 8. Mai endete 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa. Der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus ist in Berlin als einzigem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag - aber nur einmalig in diesem Jahr.
Kapitulation am 8. Mai 1945
© Timofej Melnik

08. Mai: Tag der Befreiung

Veranstaltungen in Berlin zum Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und dem Ende des Zweiten Weltkriegs. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 8. Mai 2020 20:27 Uhr

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