Gericht: Nach Gewalt gegen Partnerin Erzieher-Status weg

Gericht: Nach Gewalt gegen Partnerin Erzieher-Status weg

Nach Gewalt gegen seine Ex-Lebensgefährtin wurde ein Berliner Erzieher zu zwei Strafbefehlen verurteilt. Und die Bildungsverwaltung nahm die staatliche Anerkennung als Erzieher zurück. Der Widerruf sei nicht zu beanstanden, entschied nun das Verwaltungsgericht in der Hauptstadt (Urteil der 3. Kammer vom 28. Januar 2020 - VG 3 K 924.18).

Richterhammer

© dpa

Auf einer Richterbank im Landgericht liegt ein Richterhammer aus Holz.

Der seit 1994 anerkannte Erzieher wurde 2015 und 2017 zu Geldstrafen wegen gefährlicher Körperverletzung bzw. Bedrohung und Körperverletzung rechtskräftig verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, seine ehemalige Partnerin gegen die Wand geschleudert und gewürgt zu haben. Das gemeinsame Kind habe dies mit ansehen müssen. Im zweiten Fall soll er die Frau mit dem Tode bedroht und geschlagen haben.
Die Bildungsverwaltung hatte den Widerruf der Anerkennung damit begründet, dass sich der Erzieher schwerer Verfehlungen schuldig gemacht habe. Er könne wegen Unzuverlässigkeit seinen Beruf nicht weiter ausüben. Dagegen klagte der Mann und scheiterte nun in der ersten Instanz. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung wurde die Berufung zugelassen.
Der Kläger bestritt laut Gericht die Vorwürfe. Nur aus Rücksicht gegenüber dem gemeinsamen Kind sei er den «Verleumdungen» nicht entgegengetreten. Als Erzieher habe er viele positive Rückmeldungen bekommen.
Die Verwaltungsrichter kamen aber zu der Überzeugung, dass die Delikte tatsächlich begangen wurden, hieß es. Diese schweren Verfehlungen begründeten seine Unzuverlässigkeit als Erzieher. Die Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit im Beisein seines Kindes zeigten die fehlende Bereitschaft und Fähigkeit, sich selbst in schwierigen Situationen adäquat zu verhalten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 3. April 2020 15:11 Uhr

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