Senatsverwaltung verbietet umstrittenen Rapper-Auftritt

Senatsverwaltung verbietet umstrittenen Rapper-Auftritt

Die Innensenatsverwaltung hat den umstrittenen Auftritt zweier Rapper vor dem Brandenburger Tor am Mittwochabend verboten. Die Musiker bedienten in ihren Liedern und Videos klassische antisemitische Vorurteile und verwendeten eine nicht hinnehmbaren Vernichtungsrhetorik, hieß es in einer Mitteilung der Verwaltung am Mittwoch. «Keinen Fußbreit den Antisemiten und Israelhassern in unserer Stadt», wird Berlins Innensenator Andreas Geisel zitiert.

Kundgebung gegen Antisemitismus

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Ein Person hält ein Plakat mit der Aufschrift «Gegen Antisemitismus». Foto: Christophe Gateau/Archivbild

Die Pro-Palästina-Kundgebung, auf denen die Rapper Shadi Al-Bourini und Shadi Al-Najjar auftreten wollten, sei aber angemeldet und finde auch statt, hatte Innensenats-Sprecher Martin Pallgen zuvor gesagt. «Allerdings unter strengen Auflagen wie beim Al Quds-Marsch.» Das heißt, es darf zum Beispiel keine Aufrufe zu Gewalt geben. Auch Fahnen oder Puppen dürfen nicht verbrannt werden. «Arabischsprachige Dolmetscher der Polizei werden vor Ort sein», ergänzte Pallgen.
Die Songs der Rapper enthielten sowohl israelfeindliche als auch antisemitische Aussagen, begründete der Innensenatssprecher. Das habe eine Auswertung der öffentlich verfügbaren Texte ergeben. «Wir sehen auch Ansätze zur Volksverhetzung. Das Existenzrecht Israels wird darin in Frage gestellt.»
An dem geplanten Auftritt der Rapper, die in ihren Texten Terror und Gewalt gegen Israel verherrlichen, hatte es heftige Kritik gegeben. Das American Jewish Committee Berlin (AJC) kritisierte bereits am Dienstag: «Es ist nicht hinnehmbar, dass von diesem historischen Ort zum Mord an Juden aufgerufen wird und schlimmste antisemitische Stereotype verbreitet werden.» Der frühere Grünen-Abgeordnete Volker Beck betonte: «Vor dem Brandenburger Tor dürfen keine Terrorverherrlicher auftreten.»
Kai Wegner, Vorsitzender der Berliner CDU, sprach von einem «Akt instinktloser Geschichtsvergessenheit». Lea Rosh vom Förderkreis «Denkmal für die ermordeten Juden Europas» forderte: «In Berlin gibt es keinen Platz für Hassprediger und Hassmusiker.» Auch CDU-Bundestagsmitglied Martin Patzelt protestierte gegen das Konzert: «Keine Hassrapper am Brandenburger Tor!»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 25. September 2019 17:30 Uhr

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