Elternausschuss sieht «Bildungskrise» in Berlin

Elternausschuss sieht «Bildungskrise» in Berlin

Zum Start des neuen Schuljahres in Berlin übt der Landeselternausschuss Kritk an Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

«Berlin steckt mitten in einer schulischen Bildungskrise, und wir (...) nehmen nicht wahr, dass hier entschieden genug gegengesteuert wird», erklärte der Vorsitzende der Elternvertretung, Norman Heise, am Montag.
Er verwies auf das wiederholt schlechte Abschneiden Berliner Drittklässler bei Vergleichstests in Lesen, Schreiben und Rechnen, viel Unterrichtsausfall sowie die bundesweit höchste Quote von Schulabgängern ohne Abschluss - zuletzt 11,7 Prozent (2017). All das mache rasches Handeln nötig statt permanentes «Schönreden». Scheeres verspreche seit Jahren Verbesserungen, es tue sich aber nichts. «Die Senatorin hat bei diesen Themen für uns ihre Glaubwürdigkeit verloren», so Heise.
Heise forderte Scheeres auf, einen «Krisengipfel» einzuberufen, um über Ursachen und Lösungen für die Probleme bei der Bildung zu beraten. Bildungsverwaltung, Politik, Hochschulen, Gewerkschaften, Lehrerverbände, Vertreter des pädagogischen Personals, Landesschüler- und Landeselternausschuss gehörten an einen Tisch. Notfalls müsse der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) das Thema zur Chefsache machen, forderte Heise.
Die aktuellen Entlastungen für Familien beim Schülerticket, beim Schulmittagessen und bei den Hort-Kosten in der 1. und 2. Klasse seien sozialpolitische Maßnahmen, die der Elternausschuss begrüße, ergänzte Heise. «Sie haben aber keinen beziehungsweise kaum Einfluss auf gute und bessere Bildung.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 5. August 2019 10:54 Uhr

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