Schluss mit Brache: Neue Pläne für Bauten

Schluss mit Brache: Neue Pläne für Bauten

Das zersplitterte Areal rund um den früheren Checkpoint Charlie mit seinem Bratwurst-Charme ist bei Touristen beliebt. In der Zukunft soll es auf den Filetgrundstücken geordneter zugehen - nach den Ideen der Stadtentwickler des Senats.

Areal am Checkpoint Charlie

© dpa

Areal am Checkpoint Charlie, das umgestaltet werden soll. Foto: Paul Zinken

Berlin (dpa/bb) - Ein Museum des Kalten Krieges und Sozialwohnungen: Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat am Samstag den ersten Bebauungsplanentwurf für zwei Areale am früheren Grenzübergang Checkpoint Charlie vorgestellt. Die Pläne sehen auf den beiden Filetgrundstücken an der Kreuzung Friedrichstraße Ecke Zimmerstraße auch einen öffentlichen Platz vor. Hochhäuser sind nicht geplant.
Der Entwurf liegt ab 1. Juli in den Räumen der Senatsverwaltung aus und soll dann auch auf der Internetseite der Behörde zu sehen sein. Vom 1. Juli bis 2. August läuft das Verfahren, bei dem Bedenken und Anregungen abgegeben werden können. Anschließend soll der aktualisierte Entwurf ins Abgeordnetenhaus gehen.
Die Senatsverwaltung möchte, dass der Bebauungsplan am 1. Februar 2020 festgesetzt wird. Dann läuft eine Veränderungssperre für die Areale aus. Ursprünglich war auf Teilen der Fläche auch ein Hotel geplant. Die unbebauten Grundstücke befinden sich zur Zeit in einem Insolvenzverfahren. Es ist noch nicht klar, ob das Land Berlin sie erwerben oder pachten kann.
Für den Investor Trockland, der die Grundschulden der früheren Eigentümer übernahm, zeigte sich Firmenchef Heskel Nathaniel wenig erfreut über die neuen Planungen. Gegenüber Berliner Medien wertete er sie als «verpasste Chance». Der Checkpoint Charlie verdiene Fantasie und eine spektakuläre Architektur.
Der Checkpoint Charlie ist ein Symbol in Berlin. Nach dem Mauerbau 1961 standen sich hier amerikanische und sowjetische Panzer gegenüber. Doch seit vielen Jahren ist das Areal nach Ansicht von Kritikern zu einer Art banalem Disneyland verkommen - samt nachgebautem Checkpoint. Als Gegenpol hatte der Senat zuletzt eine «Black Box» aufgestellt, die an den Kalten Krieg erinnert.
Nach dem Bebauungsplanentwurf soll nun östlich der Friedrichstraße ein schon lange angedachtes Museum des Kalten Krieges errichtet werden. Für die Ausstellungsräume ist in einem mehrstöckigen Gebäude eine Gesamtfläche von mehr als 3000 Quadratmetern vorgesehen.
Historikerin Cornelia Thiele begrüßte diese Planungen für die Stiftung Berliner Mauer. Im Museum solle es neben Original-Exponaten zum Checkpoint auch um andere Orte des Kalten Krieges gehen, sagte sie der Berliner Morgenpost (Sonntagsausgabe). Die großformatigen Fotografien mit Aufnahmen vom Grenzübergang sollten auch künftig zu sehen sein. Die Stiftung plane auch eine kostenfreie kleine Außen-Ausstellung. Auf dem zweiten Teil dieses östlichen Grundstücks soll Platz für Wohnungen Gewerbe in einem Umfang von 13 500 Quadratmetern geschaffen werden. 30 Prozent der Wohnungen sollen Sozialwohnungen werden.
Auf dem Grundstück westlich der Friedrichstraße würde nach den aktuellen Plänen auf einer Fläche von 1100 Quadratmetern ein fünfeckiger Stadtplatz entstehen. Raum für Wohnungen und Gewerbe ist an zwei seiner Seiten auch eingeplant - auf rund 28 000 Quadratmetern, wobei auch hier 30 Prozent für Sozialwohnungen reserviert sind. Für alle neuen Gebäude auf beiden Arealen gilt zudem: Sie dürfen nicht höher sein als 26,5 Meter und maximal acht Geschosse besitzen.
Was bisher auf den Brachflächen steht, würde dann verschwinden. Darunter ist auch das Mauer-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi, das die Situation im geteilten Berlin der 1980er Jahre zeigt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 23. Juni 2019 12:40 Uhr

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