Verteidigungsministerin von der Leyen würdigt Luftbrücke

Verteidigungsministerin von der Leyen würdigt Luftbrücke

Beim «Tag der Bundeswehr» auf dem Fliegerhorst Faßberg stehen die historischen Rosinenbomber im Vordergrund. Verteidigungsministerin von der Leyen bestaunt die alten DC-3 - und wird selbst von der modernen Technik ausgebremst.

Ursula von der Leyen (CDU) gestikuliert

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gestikuliert. Foto: Peter Steffen

Faßberg (dpa) - Bundesverteidigungsministerium Ursula von der Leyen (CDU) hat die Luftbrücke vor 70 Jahren als große Hilfsleistung der Alliierten gewürdigt. Es sei ein Symbol der Verbundenheit, dass aus ehemaligen Kriegsgegnern Verbündete geworden seien, sagte von der Leyen am Samstag auf dem Fliegerhorst Faßberg in Niedersachsen beim «Tag der Bundeswehr». Diese transatlantische Zusammengehörigkeit halte nun schon seit 70 Jahren.
Als Westberlin 1948/49 von sowjetischen Truppen abgeriegelt war, hatten die USA, Großbritannien und andere ehemalige Kriegsgegner Deutschlands die Stadt über Monate aus der Luft versorgt. Faßberg in der Südheide war ein wichtiger Stützpunkt dieser Luftbrücke.
In Erinnerung daran sollten am Samstag Flugzeug-Oldtimer, im Volksmund «Rosinenbomber» genannt, von Faßberg nach Berlin starten. «Die Rosinenbomber waren eine gigantische logistische Meisterleistung, aber auch ein Zeichen, das der ganzen Welt gezeigt hat: Westberlin bleibt frei», sagte von der Leyen. Die Ministerin traf auch kurz mit Gail Halvorsen zusammen. Der heute 98 Jahre alte US-Pilot warf während der sowjetischen Blockade West-Berlins Süßigkeiten für die Kinder ab und wurde als erster «candy bomber» Symbol für die Hilfsaktion. «Ich bin beeindruckt von Ihnen», sagte von der Leyen. «You are a good woman - Sie sind eine gute Frau», gab der Veteran zurück.
Ihre Rede vor den mehreren Zehntausend Besuchern auf dem Fliegerhorst in Faßberg musste von der Leyen nach zehn Minuten abbrechen - wegen eines Kurzschlusses kam kein Ton mehr aus der Lautsprecheranlage. Die Verteidigungsministerin, die wegen zahlreicher technischer Pannen bei der Bundeswehr in der Kritik steht, gestikulierte schulterzuckend am Mikrofon. Anschließend übergab sie auf der Bühne die ersten sieben Veteranenabzeichen an sechs Männer und eine Frau. Die neuen Abzeichen können von allen aktiven und ehemaligen Soldaten und Soldatinnen beantragt werden, sofern sie nicht unehrenhaft aus der Bundeswehr entlassen wurden.
Bundesweit öffnet die Truppe am Samstag an 14 Standorten ihre Tore, um Besuchern ihre Arbeit, ihre Ausrüstung und Technik live vorzuführen. In Niedersachsen laden auch die Marineflieger in Nordholz bei Cuxhaven ein, Stützpunkt und Flugzeuge zu besichtigen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 15. Juni 2019 16:20 Uhr

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