Datenschutz: Massiver Anstieg der Beschwerden

Datenschutz: Massiver Anstieg der Beschwerden

Bei der Berliner Datenschutzbeauftragten Maja Smoltczyk beschweren sich deutlich mehr Bürger über den Missbrauch ihrer persönlichen Daten durch Unternehmen. Gleichzeitig melden deutlich mehr Unternehmen, Behörden und Privatpersonen Datenpannen, bei denen vertrauliche Informationen versehentlich an Dritte gingen. Das teilte Smoltczyk am Freitag knapp ein Jahr nach Inkrafttreten neuer europäischer Datenschutzregeln am 25. Mai 2018 mit.

Die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk

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Die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk. Foto: Britta Pedersen/Archivbild

Demnach zählte die Berliner Datenschutzbehörde seither 4824 Eingaben von Bürgern - mehr als dreimal so viele wie im Zeitraum zuvor. Hinzu kamen 727 Meldungen von Datenpannen - 630 aus dem privaten und 97 aus dem öffentlichen Bereich. Damit habe sich dieses Aufkommen vervierzehnfacht, sagte Smoltczyk. Die Zahlen zeigten, dass bei Bürgern und Firmen das Bewusstsein für Datenschutz gestiegen sei.
Nach Prüfung der Fälle habe ihre Behörde 70 Verwarnungen ausgesprochen und in 18 Fällen Bußgelder gegen Unternehmen verhängt, davon 9 Bußgelder nach den neuen europäischen Regeln. Das höchste Bußgeld betrug 50 000 Euro und betraf die unbefugte Verarbeitung personenbezogener Daten ehemaliger Kunden durch eine Bank.
Die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU soll Bürgern mehr Mitsprache dabei geben, was mit ihren Daten in Unternehmen, Vereinen oder Behörden passiert. Dazu gehören Name, Adresse, E-Mail-Adresse, Ausweisnummer oder IP-Adresse. Besonders empfindliche Daten etwa zu Religion, Gesundheit oder Sexualleben dürfen nur in Ausnahmefällen verarbeitet werden. Daten, die für den ursprünglichen Speicherzweck nicht mehr benötigt werden, müssen gelöscht werden. Zudem haben Verbraucher ein Auskunftsrecht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 23. Mai 2019 15:10 Uhr

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