Privates Institut darf keine Leichen zeigen

Privates Institut darf keine Leichen zeigen

Das Berliner Verwaltungsgericht hat einem privaten Institut untersagt, Leichen für die medizinische Fortbildung zu verwenden. Mit dem Urteil wurde am Dienstag die Klage der privaten Einrichtung abgewiesen. Diese wollte das Verbot des Bezirksamts Reinickendorf kippen, was misslang.

Richterhammer aus Holz

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Auf einer Richterbank liegt ein hölzerner Richterhammer. Foto: Uli Deck/Archiv

Laut Urteil ist das Unternehmen kein anatomisches Institut, wie es das Berliner Sektionsgesetz definiert. Danach dürfen Leichen in anatomischen Instituten nur zum Zwecke der Lehre und Forschung eingesetzt werden. In der privaten Einrichtung ging es jedoch um medizinische Aus- und Fortbildung mit Leichen.
In der mündlichen Verhandlung hatte der Vorsitzende Richter zudem betont, Leichen dürften nicht öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Akademie habe auch keine Ausnahmegenehmigung beantragt.
Bei Kursen in der Einrichtung, die auch Standorte in Köln und München hat, lernten laut Gericht in einem «Vorsemester» angehende Studenten der Medizin an Leichen, die aus den USA stammten. Das Bezirksamt hatte im Sommer 2017 diese Praxis nach einer anonymen Anzeige untersagt. In der Klage des Instituts ging es aber nicht um die Zergliederung von Toten.
Der Kläger-Anwalt hatte in der Verhandlung gesagt, die gerichtliche Auseinandersetzung habe den finanziellen Kern des Geschäfts betroffen, es gebe «gewisse Probleme».

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 21. Mai 2019 15:30 Uhr

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