Umweltschützer planen Proteste: Müller mit Verständnis

Umweltschützer planen Proteste: Müller mit Verständnis

Manche nicht ganz legalen Proteste, etwa von Greenpeace, werden vorher geheimgehalten. Die Initiative Extinction Rebellion kündigt ihre Klima-Aktionen hingegen öffentlich an.

Sitz-Blockade auf der Oberbaumbrücke

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„Gemeinsam gegen die ökologische Krise!" steht bei einer Sitz-Blockade auf der Oberbaumbrücke auf dem Plakat einer Teilnehmerin. Foto: Christoph Soeder/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Nach einer Blockade der Berliner Oberbaumbrücke durch junge Umweltschützer hat der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) Verständnis für das Anliegen gezeigt. Straßenblockaden wie am Montagnachmittag durch die Initiative Extinction Rebellion (Rebellion gegen das Aussterben) lehnte er aber ab. Er hoffe, «dass Blockaden sich in der Stadt nicht als Mittel durchsetzen werden», sagte Müller am Dienstag. Die Umweltschützer kündigten für Mittwoch und Samstag zwei weitere Aktionen des «zivilem Ungehorsams» in Berlin-Mitte an.
Müller sagte: «Das ist etwas, womit wir uns ausandersetzen müssen: Dass viele Menschen ungeduldig werden in Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes.» Er fügte hinzu: «Ich habe großes Verständnis auch für Ungeduld und Proteste.» Er setze aber darauf, im Dialog für gemeinsame Ziele einzutreten.
Die Politik müsse daran arbeiten, die Klimaziele zu erreichen, auch in Berlin, so Müller. Mehr Klimaschutz sei aber eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft. Nötig sei hier zum Beispiel auch Engagement der Wirtschaft und ein verändertes Verhalten aller Menschen, etwa beim Heizen, Autofahren oder der Mülltrennung. «Es geht nicht darum, immer nur mit dem Finger auf einen zu zeigen und zu sagen, einer muss machen, nein, wir gemeinsam müssen machen.»
Die Umweltschützer hatten am Montag die Oberbaumbrücke zwischen Friedrichshain und Kreuzberg zeitweise blockiert und den Verkehr lahmgelegt. Für den Mittwoch (13.00 Uhr) planen sie eine «Aktionsrallye» in Berlin-Mitte. Start soll am Sitz des Deutschen Bauernverbandes nahe dem Oranienburger Tor sein. Das Motto: «Raus aus der Tierindustrie. Agrarwende jetzt.»
Am Samstag (14.00 Uhr) soll es dann am Leipziger Platz in oder an dem großen Einkaufszentrum weitergehen. «Shoppen ist kein Hobby - Aktion gegen Konsumgesellschaft und Fast Fashion». Die Bewegung hat nach eigenen Angaben in mehr als 30 Staaten zu Protesten gegen den Klimawandel aufgerufen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 16. April 2019 17:20 Uhr

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