Verband: Kleingartenplan Schritt in die richtige Richtung

Verband: Kleingartenplan Schritt in die richtige Richtung

Rund 850 Berliner Laubenpieper müssen bis zum Jahr 2030 für Bauprojekte weichen. Der Landeskleingartenverband sieht aber auch etwas Positives.

Kleingartenanlage Berlin

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Ein Mann geht durch die Kleingartenanlage «Am Kienberg».

Der Landesverband Berlin der Gartenfreunde steht dem geplanten Kleingartenentwicklungsplan nicht nur ablehnend gegenüber. Zwar bringe der Plan nicht die gewünschte dauerhafte Rechtssicherheit für einen Teil der Laubenpieper, wie der Präsident des Verbandes, Michael Matthei, der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Allerdings sei der Versuch des Senats gut, einen Schutz der Anlagen anzustreben. Es sei ein «Schritt in die richtige, zukunftsweisende Richtung», auch wenn noch einige Dinge geändert werden müssten.
Ein erster Entwurf des Entwicklungsplanes sieht vor, dass bis 2030 etwa 850 der insgesamt 71.000 Parzellen in Berlin schrittweise geräumt werden. Bis zu diesem Jahr sollen mehr als 6600 Parzellen sicher vor Verdrängung sein. Wie es mit ihnen danach weiter geht, ist ungewiss. Bisher waren sie bis zum nächsten Jahr vor einer Bebauung geschützt. Die Pächter der 850 Parzellen sollen entschädigt werden und eine Ersatzfläche erhalten. Die Grundstücke von rund 58.000 Laubenpiepern gelten als dauerhaft gesichert, weil sie etwa als Grünflächen planerisch festgeschrieben sind.

Kleingärten sind wichtig für das Stadtklima

Der Landesverband repräsentiert nach eigenen Angaben alle Parzellen unter öffentlicher Verwaltung in der Hauptstadt. Berlins Kleingärten nehmen 2900 Hektar ein - etwa drei Prozent des Stadtgebietes. Matthei wundert sich über das Angebot des Senats: «Wenn wir diese Ersatzflächen haben, dann frage ich mich, wieso bauen wir nicht da?». Dennoch sieht er den Plan als einen ersten wichtigen Schritt hin zu einem langfristigen Schutz der Kleingärten, auch wenn er noch nicht perfekt ist. «Wir müssen noch an vielen Dingen arbeiten», erklärte der Präsident.
Eine weitere Bebauung von Kleingartenflächen hält Matthei für falsch. Kritiker, wie etwa die Berliner Baukammer, werfen den Laubenpiepern vor, Flächen in Top-Lagen zu belegen. Dort könnten beispielsweise dringend benötigte Wohnungen entstehen. Matthei weist allerdings darauf hin, dass Kleingartenanlagen zum Beispiel wichtig für die Umwelt seien. So würden sie im Sommer für kühle Luft sorgen, einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten sowie die Luft von Schadstoffen reinigen. «Wir tun das kostenlos», betonte Matthei. Er freute sich darüber, dass das Land Berlin mit dem Kleingartenentwicklungsplan erstmals diese Vorteile anerkennen würde.

Kleingartenplan soll Mitte 2019 beschlossen werden

Der Plan soll laut der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz möglichst bis Mitte des Jahres vom Senat beschlossen werden. Da die Schutzfrist für einige Laubenpieper nächstes Jahr ausläuft, müsse ihnen Planungssicherheit gegeben werden. Darüber hinaus wird es laut Matthei noch Gespräche mit den Bezirken und der Verwaltung geben über die Flächen, die bis 2030 gesichert sind.
Baukräne
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 3. April 2019 08:57 Uhr

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