Seehofer lässt Abschiebung von Bekanntem Amris prüfen

Seehofer lässt Abschiebung von Bekanntem Amris prüfen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die umstrittene Abschiebung eines Bekannten des Attentäters Anis Amri vom Berliner Weihnachtsmarkt untersuchen lassen. «Heute Morgen hat Bundesminister Seehofer von dem Vorgang Kenntnis erlangt», sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin. Er wolle die Sache prüfen lassen. Sie verwies darauf, dass es um einen Vorgang aus dem Jahr 2017 gehe, also noch vor dem Amtsantritt Seehofers im Frühjahr 2018. «Fest steht (…), dass die Strafverfolgungsbehörden der Abschiebung damals auch vorab zugestimmt haben», sagte die Sprecherin.

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M. Müntefering (SPD), Staatsministerin im A.A., und Horst Seehofer (CSU), Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau. Foto: Britta Pedersen

Der Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Berliner Weihnachtsmarkt-Anschlag will den Bekannten Amris als Zeugen vernehmen. Er war kurz nach der Tat nach Tunesien abgeschoben worden. Wie aus dem Ausschuss verlautete, ist eine Mehrheit der Mitglieder für einen entsprechenden Beweisbeschluss. Offen ist aber noch, ob Bilal B.A. in Berlin oder im Ausland vernommen werden soll.
Der Tunesier hatte im Dezember 2016 - wenige Stunden vor dem Anschlag - mit Amri Kontakt. Bereits im Februar 2017 wurde er nach Tunesien abgeschoben, wo er sich vor einigen Monaten auch noch aufgehalten haben soll.
Der abgelehnte Asylbewerber Anis Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen gekapert, war damit in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gerast und hatte so zwölf Menschen getötet. Nach dem Anschlag konnte er nach Italien fliehen, wo er von der Polizei erschossen wurde.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 22. Februar 2019 13:20 Uhr

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