Genitalverstümmelung: Berlin bekommt Koordinierungsstelle

Genitalverstümmelung: Berlin bekommt Koordinierungsstelle

Der Berliner Senat richtet eine Koordinierungsstelle gegen Genitalverstümmelung ein. Neben dem Ausbau bestehender Angebote soll eine umfassende Präventionsarbeit geleistet werden, teilten die frauenpolitischen Sprecherinnen der Koalitionsfraktionen von SPOD, Grünen und Linken am Dienstag mit. Anlass sei der internationale Tag gegen Genitalverstümmelung am Mittwoch (6. Februar).

Bisher gebe es keine verlässlichen Zahlen zu den Betroffenen in Berlin, sagte die Grüne Anja Kofbinger. Schätzungen reichen von «ein paar Hundert bis ein paar Tausend».
Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes schätzt, dass bundesweit rund 65 000 Mädchen und Frauen mit einer Genitalverstümmelung leben, weitere 15 500 gelten als gefährdet.
Bei der Genitalverstümmelung werden je nach Tradition die äußeren Geschlechtsorgane von jungen Mädchen teilweise oder ganz abgeschnitten. Die Prozedur wird meist ohne Betäubung und mit nicht sterilen Gegenständen wie Rasierklingen oder Glasscherben durchgeführt. Die Opfer leiden oft unter lebenslangen körperlichen und psychischen Folgen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 5. Februar 2019 13:50 Uhr

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