Paris statt Berlin: «Dau»-Projekt nun ohne Mauer

Paris statt Berlin: «Dau»-Projekt nun ohne Mauer

Sowjetische Pässe, Stalin-Abbildungen und Sex-Kino: Das ist das Dekor, vor dem an diesem Donnerstag in Paris das in Berlin gescheiterte Kunstevent «Dau» seine Weltpremiere feiert. Das viel diskutierte Projekt des russischen Regisseurs Ilya Khrzhanovsky wurde am Mittwoch vor Medienvertretern präsentiert. Anhand von Filmen und mit aufwendigen Inszenierungen führt es Besucher in das Leben und Wirken des russischen Physik-Nobelpreisträger Lew Landau (1908-1968) und in die Stalin-Ära ein.

Kunstevent «Dau»

© dpa

Denis Yurevich Shibanov in der filmischen Rekonstruktion nach Ilya Khrzhanovsky. Foto: Olympia Orlova

Dazu hat der 43-jährige Filmemacher zwischen 2009 und 2011 rund 400 Menschen in einer Rekonstruktion des streng geheimen «Instituts für Physikalische Probleme der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften» zusammenleben lassen und dabei Tag und Nacht gefilmt - mit Kostümen und Dekor aus der Sowjetzeit.
Das Projekt hätte in Berlin im vergangenen Herbst stattfinden sollen, dabei war auch der Nachbau eines Teils der Berliner Mauer geplant. Die Behörden verweigerten dem Vorhaben jedoch die nötigen Genehmigungen. «Dau» dauert in Paris bis zum 17. Februar. Danach soll es in London zu sehen sein.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 23. Januar 2019 15:00 Uhr

Weitere Meldungen