Grünen-Politiker fordert mehr Klimaschutz-Anstrengungen

Grünen-Politiker fordert mehr Klimaschutz-Anstrengungen

Berlin hat ehrgeizige Ziele beim Klimaschutz. Bis 2050 soll die Stadt klimaneutral sein, was einen grundlegenden Wandel bei Energienutzung, Verkehr oder dem Konsum voraussetzt. Den Bezirken kommt dabei eine wichtige Aufgabe zu.

Georg Kössler (GRÜNE)

© dpa

Georg Kössler (r) zusammen mit Anton Hofreiter (beide GRÜNE). Foto: Britta Pedersen/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Der Berliner Grünen-Politiker Georg Kössler fordert mehr Anstrengungen der Bezirke beim Klimaschutz. «Es tut sich was auf kommunaler Ebene, aber noch viel zu langsam», sagte der Sprecher für Klima- und Umweltschutz der Grünen-Fraktion der Deutschen Presse-Agentur. «Einige sind immer noch nicht aufgewacht.» In allen Bezirken müsse eine ausschließlich für Klimaschutz zuständige Stelle existieren, forderte er. «Nur so kann dieses Querschnittsthema angemessen vorangetrieben werden.»
Eine parlamentarische Anfrage Kösslers in der Umweltverwaltung ergab, dass dem Klimaschutz in den Bezirken noch höchst unterschiedlicher Stellenwert beigemessen wird. So gibt es in einigen Bezirken Klimaschutzkonzepte oder Programme für mehr Energieeffizienz, in anderen sind nicht einmal welche in Planung. Fünf Bezirke haben eigene Klimaschutzmanager, drei zumindest für den Bereich zuständiges Personal. Auch die für den Klimaschutz eingesetzten Gelder schwanken stark.
Kössler forderte, die Finanzierung des Klimaschutzes in den Bezirken auf neue Füße zu stellen. Besser als immer neue Sonderprogramme sei es, die Gelder mit dem nächsten Berliner Doppelhaushalt «in den Regelstrukturen der Bezirke zu verankern», sagte er. «Das Landesziel einer CO2-neutralen Verwaltung wird sich ohne starke Bezirke wohl nicht realisieren lassen.»
Die Möglichkeiten, auf lokaler Ebene für mehr Klimaschutz zu sorgen, sind vielfältig. Dazu gehören Mobilitätskonzepte, die Umsetzung höhere Energiestandards etwa an Schulen, mehr Abstellplätze und Verleihstationen für Fahrräder, neue Beleuchtungssysteme für öffentliche Gebäude oder Beratungsangebote.
In einem Ranking der Grünen-Fraktion, das solche Maßnahmen auswertet, ist der Bezirk Lichtenberg Berliner «Klimaschutz-Meister». Auf dem zweiten Platz folgt Steglitz-Zehlendorf. Als «versetzungsgefährdet» gelten aus Sicht der Grünen Neukölln, Pankow und Reinickendorf. Hier gebe es den größten Nachholbedarf.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 12. November 2018 05:40 Uhr

Weitere Meldungen