Jürgen Litfin, Gründer von Gedenkstätte im Grenzturm tot

Jürgen Litfin, Gründer von Gedenkstätte im Grenzturm tot

Der Gründer der Berliner Mauer-Gedenkstätte in einem Grenzturm, Jürgen Litfin, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Dies teilte die Mauer-Stiftung am Donnerstag «mit großer Betroffenheit» mit.

Jürgen Litfin in seiner Gedenkstätte

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Jürgen Litfin steht auf dem Grenzwachturm "Kieler Eck" in Berlin, der inzwischen von Neubauten umgeben ist. Foto: Bernd Settnik/Archiv

Litfin hatte den DDR-Grenzturm am Kieler Eck am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal im Bezirk Mitte 2003 im Gedenken an seinen erschossenen Bruder Günter eingerichtet und über Jahre selbst unterhalten. Dabei informierte er Besucher aus dem In- und Ausland über das Schicksal der Mauertoten. Erst im Vorjahr kam der Erinnerungsort in die Obhut der Berliner Mauer-Stiftung.
Günter Litfin war der Erste, der nach dem Mauerbau vom 13. August 1961 bei einem Fluchtversuch erschossen wurde. Er wurde von DDR-Transportpolizisten im Humboldthafen nur wenige Tage nach der Teilung getötet, als er in den Westen schwimmen wollte. Durch das DDR-Grenzregime starben an der Berliner Mauer nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 140 Menschen.
Für seine Verdienste um die Gedenkstätte sowie für sein Engagement als Zeitzeuge erhielt Jürgen Litfin 2014 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Der Direktor der Stiftung, Axel Klausmeier, würdigte Litfin - er habe sein Leben dem Kampf gegen das Vergessen des SED-Unrechts gewidmet. Die Stiftung blicke mit Respekt und Dankbarkeit auf das jahrzehntelange Engagement von Jürgen Litfin.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 8. November 2018 15:20 Uhr

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