Gesichtserkennung am Bahnhof: Trefferrate über 80 Prozent

Gesichtserkennung am Bahnhof: Trefferrate über 80 Prozent

Ein Pilotprojekt zur automatischen Gesichtserkennung am Bahnhof Südkreuz hat gezeigt, dass Computersysteme bei realistischen Testbedingungen eine maximale Trefferquote von 86,3 Prozent erreichen.

  • Gesichtserkennung am Bahnhof Berlin-Südkreuz© dpa
    Ein Computer mit automatischer Gesichtserkennung-Software zeigt am 15.12.2017 den damaligen Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) bei seinem Besuch auf dem Bahnhof Südkreuz.
  • Gesichtserkennung am Bahnhof Berlin-Südkreuz© dpa
    Passanten nutzen am 24.08.2017 in Berlin am Bahnhof Südkreuz einen Eingang der mit "Pilotprojekt zur Gesichtserkennung" gekennzeichnet ist. Seit dem 1. August filmen mehrere Kameras die Menschen in drei Bereichen des Umsteigebahnhofs. Mit Computern werden die Aufnahmen mit den gespeicherten Gesichtern der Testpersonen, die den Bahnhof regelmäßig benutzen, verglichen. Das Innenministerium und die Bundespolizei wollen herausfinden, ob Computer unter realistischen Bedingungen zuverlässig Gesichter erkennen können.
  • Gesichtserkennung am Bahnhof Berlin-Südkreuz© dpa
    Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) schaut auf einen Computer mit einem automatischen Gesichtserkennungs-System am 15.12.2017 auf dem Bahnhof Südkreuz in Berlin. de Maizière will das umstrittene Berliner Pilotprojekt zur automatischen Gesichtserkennung durch Überwachungskameras an Bahnhöfen verlängern.
  • Gesichtserkennung am Bahnhof Berlin-Südkreuz© dpa
    Passanten gehen am 24.08.2017 in Berlin im Bahnhof Südkreuz durch einen mit "Pilotprojekt zur Gesichtserkennung" gekennzeichneten Bereich. Seit dem 1. August filmen mehrere Kameras die Menschen in drei Bereichen des Umsteigebahnhofs. Mit Computern werden die Aufnahmen mit den gespeicherten Gesichtern der Testpersonen, die den Bahnhof regelmäßig benutzen, verglichen. Das Innenministerium und die Bundespolizei wollen herausfinden, ob Computer unter realistischen Bedingungen zuverlässig Gesichter erkennen können.
  • Gesichtserkennung durch Überwachungskameras© dpa
    Auf einem Hinweisschild ist eine Kamera abgebildet, aufgenommen am Bahnhof Südkreuz am 27.07.2017 in Berlin.
Nach der Auswertung der Ergebnisse des einjährigen Versuchs teilte das Bundesinnenministerium am Donnerstag mit: «In über 80 Prozent der Fälle wurden die Testpersonen durch die Systeme zuverlässig erkannt.» In weniger als 0,1 Prozent der Fälle sei ein Mensch von der Software verwechselt worden.

Bundespolizei-Präsident spricht von einem «erheblichen Sicherheitsgewinn»

Bundespolizei-Präsident Dieter Romann sagte: «Die Technik erleichtert es, Straftäter ohne zusätzliche Polizeikontrollen zu erkennen und festzunehmen.» Dies bedeute einen «erheblichen Sicherheitsgewinn». Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte: «Die Systeme haben sich in beeindruckender Weise bewährt, so dass eine breite Einführung möglich ist.» Das Ministerium wies allerdings darauf hin, nicht das Gesichtserkennungssystem, sondern Polizisten würden im Einzelfall entscheiden, ob der automatisch generierte Treffer ein polizeiliches Einschreiten erfordere und welche Maßnahmen ergriffen werden müssten.

Datenschützer kritisieren die automatisierte Gesichtserkennung scharf

Sie sagen, durch die Technik würden die Persönlichkeitsrechte von Menschen verletzt, der Überwachungsstaat weite sich aus. In einem zweiten Versuch soll voraussichtlich ab Januar 2019 getestet werden, inwieweit Computerprogramme gefilmte Situationen und Gegenstände analysieren können. Damit will die Deutsche Bahn feststellen, wie gut die Programme seltene oder gefährliche Abweichungen von der Normalität im Bahnhof erkennen können. Dazu zählen beispielsweise hilflose Menschen und Gegenstände, die stehengelassen wurden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 12. Oktober 2018 09:58 Uhr

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