Familienministerin setzt sich für junge Obdachlose ein

Familienministerin setzt sich für junge Obdachlose ein

Obdachlosigkeit ist in Deutschland ein großes Problem. In Berlin kamen Jugendliche zusammen, um nach Lösungen zu suchen. Zuspruch bekamen sie von der Politik.

Franziska Giffey

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Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) besucht im Rahmen ihrer Sommerreise ein Familienzentrum. Foto: Boris Roessler/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will die Situation der 37 000 Kinder und Jugendlichen ohne feste Bleibe verbessern. Das sagte sie am Sonntag auf der 4. Bundeskonferenz der Straßenkinder in Berlin-Kreuzberg. Sie lud die Anwesenden ein, ihre Ideen einzubringen. Giffey sprach sich auch für eine Modernisierung des Kinder- und Jugendhilferechts aus. «Das Gesetz muss mehr an die Bedürfnisse der Betroffenen angepasst werden», erklärte sie, ohne konkrete Details zu benennen.
Unter dem Motto «Veränderung statt Verdrängung» hatten die Organisationen Momo und Karuna wohnungslose und obdachlose Jugendliche aus der ganzen Republik in die St.-Thomas-Kirche geladen. In Workshops diskutierten sie über verschiedene Themen, wie Wohnraum, Gesundheitsversorgung, Ausbildung und Schule. Neben Giffey kamen auch die Berliner Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Die Linke) und Jugendstaatssekretärin Sigrid Klebba (SPD) zu der Konferenz.
Elke Breitenbach sagte, in Berlin breche in großem Maße Wohnraum für Menschen weg, die auf Unterstützung angewiesen sind. Sie appellierte, das Bundesgesetz zu ändern, um diese Wohnungen zu retten. André Neupert von Momo forderte, die Jugendlichen weiter in die Mitte der Gesellschaft zu holen, statt sie an den Rand zu drängen. Der Projektleiter des Berliner Büros lobte die Gesprächsbereitschaft aus der Politik, verlangte aber zugleich, dass angesichts der steigenden Zahlen von Wohnungslosen etwas passieren muss.
Einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe zufolge könnte die Zahl aller Menschen ohne feste Bleibe und Mietvertrag in Deutschland in diesem Jahr auf 1,2 Millionen steigen. 2016 waren es geschätzte 860 000, darunter 32 000 Kinder und Jugendliche, deren Eltern keine Wohnung mehr hatten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 30. September 2018 17:10 Uhr

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