Bibliotheken in Berlin und Dresden geben NS-Raubgut zurück

Bibliotheken in Berlin und Dresden geben NS-Raubgut zurück

Die Staatsbibliothek zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden haben gemeinsam drei in der NS-Zeit verfolgungsbedingt entzogene Bücher an die Erben einer Berliner Jüdin zurückgegeben. Sie waren kürzlich in deren Beständen gefunden worden, wie die Einrichtungen am Donnerstag mitteilten. Dabei handelt es sich um zwei Romane aus «Engelhorns allgemeiner Romanbibliothek» und Friedrich Freskas «Die Notwende».

Die Worte «Aus meiner Bücherei. Hedwig Hesse.» benennen nach Angaben der Bibliotheken klar die Eigentümerin. Das markante Exlibris zeigt eine Eule, die auf überdimensionaler Gabel und Messer thront und damit Bücher zu verspeisen versucht. Nach der Signatur wurde das Blatt 1918 von Adolf Behrmann geschaffen, einem Produktgestalter und Gebrauchsgraphiker in Berlin-Schöneberg.
Hesse (Jahrgang 1880) und ihr Mann, Besitzer eines Verlages für Industriedruck, lebten mit ihren drei Kindern in Berlin. Während die beiden Söhne und eine Tochter rechtzeitig nach Südafrika und in die USA emigrieren konnten, wurden die Eltern Anfang 1942 deportiert und ermordet. Ihre Bücher gelangten über Zwischenstationen in andere Hände, Antiquariate oder Bibliotheken, wurden über ganz Deutschland verteilt. Auch aus anderen Einrichtungen erhielt die Familie bereits Bücher aus dem Besitz von Hedwig Hesse zurück.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 27. September 2018 15:50 Uhr

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