Kathedrale: Streit vor Umbaubeginn

Kathedrale: Streit vor Umbaubeginn

Jahrelang wurde gestritten, jetzt ist soweit: Im September startet der Umbau der Hedwigskathedrale im Herzen der Hauptstadt. Vorher bringen sich Gegner und Befürworter noch einmal in Stellung.

Innenraum der St. Hedwigs-Kathedrale

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Ansicht des Innenraums und Blick auf den Altar sowie die Unterkirche der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin.

Kurz vor Beginn des Umbaus hält der Streit um die Berliner Hedwigskathedrale an. Vor dem letzten Gottesdienst von Erzbischof Heiner Koch am Mittwoch (18.00 Uhr) in der katholischen Hauptkirche Berlins stehen sich Befürworter und Gegner weiter gegenüber. Die Initiative hedwig21.berlin, die die Neugestaltung im Inneren der Kathedrale mit dem prägnanten Kuppeldach unterstützt, erklärte am Dienstag, nach vielen Gesprächen sei es nun an der Zeit, mit der Umgestaltung zu beginnen.
«Die Umgestaltung wird dem Innenraum der Sankt Hedwigs-Kathedrale eine Form geben, die den liturgischen Bedürfnissen der Menschen des 21. Jahrhunderts entspricht», erklärte Christoph Lehmann, der 2009 die Initiative Pro Reli für Religionsunterricht an Berliner Schulen angeführt hatte. Damit werde die Kathedrale zu einem Ort, an dem Tradition und Moderne miteinander verknüpft sind.
Unter dem Motto «Kreuz zeigen!» ruft dagegen die Bürgerinitiative Freunde der St. Hedwigs-Kathedrale ebenfalls für diesen Mittwoch zu einer Demonstration auf dem Bebelplatz auf.
Nach der «unverständlichen Ausnahmegenehmigung» zum «Radikalumbau» drohe die Zerstörung eines historischen Denkmals. Die Neugestaltung müsse mit allen Kräften und juristischen Mitteln verhindert werden, erklärte die Bürgerinitiative.
Der Umbau der Kathedrale soll im September beginnen und voraussichtlich bis 2023 dauern. Die Gottesdienste werden in die Kirche St. Joseph in Berlin-Wedding verlegt. Nach den Plänen soll unter anderem die Öffnung vom Innenraum in die Krypta, ein besonderes Merkmal der Kirche, geschlossen werden. Kritiker warnen vor einem «großen Verlust». Der Architekt Hans Schwippert (1899-1973) habe ein gesamtdeutsches Denkmal geschaffen.
Die Umbau- und Sanierungskosten werden auf rund 60 Millionen Euro beziffert. Davon sollen 20 Millionen Euro vom Erzbistum kommen, weitere 20 Millionen Euro von allen 27 deutschen Diözesen. Zwölf Millionen Euro stehen vom Bund und acht Millionen Euro vom Land Berlin in Aussicht.
St. Hedwigs Kathedrale in Berlin
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St. Hedwigskathedrale

Die katholische St.-Hedwigskathedrale an der Südostecke des Bebelplatzes entstand Mitte des 18. Jahrhunderts und ist heute die Bischofskirche des Bistums Berlin. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 14. August 2018 15:56 Uhr

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