Wiederaufbau einer Berliner Synagoge: Pläne werden konkreter

Die Pläne für den Wiederaufbau einer Synagoge in Berlin-Kreuzberg werden langsam konkreter.
Raed Saleh
Raed Saleh. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv © dpa

Rund acht Jahrzehnte nach der Zerstörung Tausender jüdischer Gotteshäuser in Deutschland plant eine Initiative den Wiederaufbau einer Berliner Synagoge. SPD-Fraktionschef Raed Saleh als Initiator, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe, sowie ein Architekturbüro präsentierten am Donnerstag einen ersten Entwurf für den Neubau am Fraenkleufer. Er orientiert sich an dem großen jüdischen Gotteshaus, das dort 1916 eröffnet und 1938 im Zuge der Pogromnacht am 9. November von den Nazis weitgehend zerstört wurde.

Nach Meinung Salehs, der die Idee seit einigen Monaten verfolgt, könnte das Vorhaben ein «Leuchtturmprojekt» sein. In einer Zeit, in der viel von Antisemitismus und der Spaltung der Gesellschaft die Rede sei, sei der Wiederaufbau einer Synagoge eine wichtiges Signal. «Wo, wenn nicht in Berlin, sollten wir ein solches Zeichen setzen.»

Joffe äußerte die Hoffnung, dass das neue Gotteshaus auch eine Stätte der Begegnung und des Austausches mit Menschen ohne jüdischen Glauben werde. In Zeiten von wachsendem Antisemitismus müssten sich die jüdischen Gemeinden stärker öffnen und auf die Menschen zugehen. «Wir müssen zeigen, dass Juden Menschen sind, die man nicht hassen muss, und dass sich vor unserer Religion niemand fürchten muss.» Dabei könne das Projekt helfen, das er unterstütze, das aber keines der Jüdischen Gemeinde in Berlin sei. «Wir wären damit überfordert und sind dankbar für den Impuls von außen», so Joffe.

Das Vorhaben steckt noch ganz am Anfang und dürfte nach ersten groben Schätzungen mindestens 20 bis 25 Millionen Euro kosten. Saleh und die SPD-Fraktion wollen versuchen, dafür Geld von Bund, Land, Stiftungen, aus Lottomitteln sowie private Spenden locker zu machen. Wie lange der Wiederaufbau dauert, ist unklar. SPD-Vizefraktionschefin Ülker Radziwill hofft, dass es zum 85. Jahrestag der Pogromnacht in fünf Jahren bereits sichtbar, wenn vielleicht noch nicht komplett fertig ist. Das Grundstück gehört dem Land Berlin, aktuell gibt es dort ein jüdisches Zentrum mit einer kleineren Synagoge.

Bemerkenswert ist Salehs Einsatz für den Synagogenbau auch deshalb, weil der Politiker palästinensische Wurzeln hat und muslimischen Glaubens ist. «Ich wäre kein guter Moslem, wenn ich mich nicht für die Entwicklung jüdischen Leben in meiner Heimatstadt Berlin einsetzen würde», sagte er dazu. «Wir sind alle Menschen.»

Saleh und Joffe verwiesen in dem Zusammenhang auf ein weiteres Projekt, das bereits weiter gediegen ist als die Synagoge: In der Auguststraße in Mitte soll für rund 12,5 Millionen Euro die erste jüdische Sekundarschule Berlins entstehen. Das Land bewilligte mehr als drei Millionen Euro als Anschubfinanzierung. Joffe geht von einer Grundsteinlegung im Sommer und etwa zwei Jahren Bauzeit aus.

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Quelle: dpa
Aktualisierung: Donnerstag, 15. März 2018 16:32 Uhr
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